Mein Schiff 2 - Blaue Reise Herbst 2020 Teil 3


Nachdem wir uns ein Tagesticket gekauft haben, mit dem wir im gesamten Stadt-Bereich in Hamburg fahren konnten, suchten wir einen Aufzug der uns zur U-Bahn-Haltestelle am Hauptbahnhof bringt. Zu unserem Hotel Premier Inn mussten wir nur zwei Haltestellen mit der U1 bis zum Meßberg fahren. Dort angekommen, stellten wir fest, dass diese Haltestelle keinen Aufzug oder Rolltreppe hat, sodass wir unsere Koffer die Treppen nach oben tragen mussten. 

In den folgenden Tagen mussten wir leider vermehrt feststellen, dass viel Haltestellen in Hamburg keine Aufzüge oder Rolltreppen besitzen oder diese defekt waren. Für eine Großstadt wie Hamburg finde ich es erschreckend, dass so wenig Rücksicht auf Menschen mit Behinderungen, ältere Menschen mit Rollatoren oder Eltern mit Kinderwägen genommen wird. 

Das Hotel lag direkt an der Haltestelle Meßberg, sodass wir nur die Treppen nach oben gehen mussten und direkt vor dem Hotel standen. Wir gingen zur Rezeption und hofften, dass man uns vor der eigentlichen Check-In Zeit ein Zimmer zur Verfügung stellen würde. Wir hatten Glück und konnten uns aussuchen, ob wir ein Zimmer im 5. oder 6. Stock beziehen wollten. 

Bereits an der Rezeption war deutlich zu sehen, dass das Hotel gerade erst eröffnet hatte und alles noch neu war. Wir fuhren mit dem Aufzug in den 6. Stock und entdeckten, dass wir ein Eckzimmer erhalten haben. Vom Zimmer aus hatten wir einen Blick in Richtung Innenstadt. Auf der gegenüberliegenden Seite war eine Baustelle, dort war ein Haus abgerissen worden. Bauarbeiten fanden aber keine statt. Vor dem Hotel befindet sich eine vierspurige Straße, auf der nachts nicht viel Verkehr war. Die bodentiefen Fenster ließen sich aus Sicherheitsgründen nur einen Spalt öffnen, zum Lüften reichte dies vollkommen aus. 

Die Betten im Zimmer waren ungewöhnlich hoch, aber sehr bequem. Das Zimmer war sehr modern eingerichtet. Die Farben beschränkten sich auf grau, schwarz und lila, welche sich in den Möbeln wiederspiegelte. Das Bad war ausreichend groß und mit einer sehr großen Dusche mit Regenbrause ausgestattet. 
Leider gab es im Zimmer keinen richtigen Kleiderschrank, sondern nur eine Garderobe mit ein paar Kleiderbügeln. Da wir aber nur zwei Tage im Hotel verbrachten, war dies vollkommen ausreichend. 

Da am nächsten Tag Feiertag war, wollten wir den heutigen Tag dazu nutzen ins Billstedt Center zu fahren und durch die Geschäfte zu bummeln. 

Mit der U1 fuhren wir zurück zum Hauptbahnhof. Dort kamen wir am Hauptbahnhof Süd an und mussten bis zum Hauptbahnhof Nord gehen, da von dort die U2 Richtung Billstedt abfährt. Als Ortfremde war es gar nicht so einfach den Weg zur U2 zu finden, da teilweise die Beschilderung fehlte. Wir fanden schließlich doch den Weg und fuhren zum Einkaufzentrum. 

Das Billstedt Center ist ein mehrstöckiges Einkaufzentrum, das neben Bekleidungsgeschäften auch zwei Lebensmittelgeschäfte führt. Nachdem wir uns die Bekleidungsgeschäfte angeschaut hatten, kauften wir noch Getränke für die nächsten Tage und fuhren zurück zum Hotel. 

Nachdem wir unsere Tüten im Hotel abgelegt hatten, machten wir uns zu Fuß auf den Weg in die Innenstadt. 

Da unser Hotel ziemlich genau auf der Mitte der Mönckebergstraße lag, gingen wir erst auf der einen Seite nach oben und schauten uns die Geschäfte an und auf der anderen Seite wieder zurück. 
Wir entschieden uns zum Abendessen etwas bei Too good to go zu kaufen, da wir hofften am nächsten Tag noch Reste für das Frühstück übrig zu haben. Wir fanden ein Bäcker im Levantehaus Hamburg der auf der Internetseite angab, neben Süßen Teilchen auch herzhafte Brötchen zu verteilen. Der Kauf war leider ein Reinfall, da wir nur drei Schoko-Croissant bekamen, die den Preis absolut nicht gerechtfertigt haben. 

Nach diesem Flop reservierten wir uns in der App ein Frühstück zum Mitnehmen in einem Novotel Hotel. 

Anschließend gingen wir noch in die Europa Passage und wollten durch die Geschäfte bummeln. Leider war die Luft in der Passage so stickig, dass wir es mit der Maske nicht lange aushielten und uns auf den Rückweg zum Hotel machten. 

Tag 6: 

Da an diesem Tag Feiertag war, nahmen wir uns vor die Sehenswürdigkeiten von Hamburg zu besichtigen. 
Dieses Mal kauften wir das Tagesticket für den Hamburger Verkehrsverbund über die App der HVV, dadurch konnten wir etwas Geld sparen. 

Da wir unser Frühstück erst um 11:30 Uhr abholen konnten, machten wir uns mit der U-Bahn auf den Weg zur Elbphilharmonie. Wir stiegen an der Haltestelle Baumwall aus und gingen zu Fuß die restliche Strecke bis zur Elbphilharmonie. Die Besucherterrasse ist kostenlos, jedoch werden über das Internet Ticket für 2 Euro verkauft. Die Gäste mit Tickets durften zuerst in das Gebäude, danach wurden die restlichen Besucher eingelassen. Direkt hinter dem Einlass befindet sich die 82 Meter lange Rolltreppe zur öffentlichen Plaza mit Besucherterrasse. Nach zweieinhalb Minuten Fahrzeit - mit der längsten Rolltreppe Westeuropas - erreicht man den öffentlichen Bereich, der unter anderem ein Cafe, ein Souvenirgeschäft, die Zugänge zu den Konzertsälen und der Terrasse bietet. 

Auf der in 37 Metern Höhe gelegenen Terrasse herrscht auf Grund der aktuellen Lage nur ein Einbahnstraßen-System. 
Nachdem wir eine komplette Runde gedreht haben, fuhren wir wieder nach unten und machten uns zu Fuß auf den Weg Richtung Landungsbrücken


Als nächstes holten wir unser Frühstück zum Mitnehmen am Novotel Suites Hamburg City an der Lohmühlen Straße ab. Eine freundliche Mitarbeiterin überreichte uns eine Styroporverpackung, in der sich das Frühstück befand. Da sich gleich neben dem Hotel ein Park befindet, haben wir uns dort auf eine Bank gesetzt und gefrühstückt. Dieses Mal hatten wir mehr Glück, in der Verpackung waren zwei Brötchen und mehrere Scheiben Wurst und Käse. 

Nachdem wir gefrühstückt hatten, fuhren wir mit der Bahn zur Haltestelle Dammtor, wo wir eine Runde im Planten und Blomen drehten. Da es an diesem Tag sehr sonnig war, setzten wir uns auf eine Parkbank und genossen die Sonne. 

Nach etwa zwei Stunden im Park fuhren wir mit der Bahn weiter zum Jungfernstieg

Auf Grund des guten Wetters und des Feiertags war es dort sehr voll, sodass wir Richtung Mönckebergstraße gingen und dort etwas zu Abend aßen. Anschließend fuhren wir zu unserem letzten Punkt unserer Liste – dem Michel. 

Nachdem wir ein paar Bilder gemacht hatten, fuhren wir mit der Bahn zurück zum Hauptbahnhof. 

Wir wollten im Hauptbahnhof noch Getränke für die Rückfahrt kaufen. Im Bahnhof befindet sich ein Supermarkt der rund um die Uhr geöffnet hat. Die Schlange vor dem Eingang war sehr lang, aber wir wollten uns nicht am nächsten Tag mit dem Kauf von Getränken aufhalten. Man konnte meinen, dass die anderen Kunden an einem Feiertag nur dringend benötigte Lebensmittel kaufen würden. Aber die meisten kaufen nur Alkohol und Süßigkeiten. Die Regale mit Wurst oder Käse waren allerdings wie leergefegt. Zu Fuß gingen wir anschließend zurück zum Hotel.

Da sich auf der anderen Seite des Hotels die Speicherstadt befindet, gingen wir noch eine Runde dort spazieren. 

Tag 7:

Unser Zug zurück nach Hause fuhr bereits um 9 Uhr, sodass wir uns entschieden haben am Bahnhof beim Bäcker etwas zum Frühstücken sowie für die Fahrt zu kaufen. Mit den Koffern gingen wir diese Mal zu Fuß zum Bahnhof, da wir uns das Geld für das Ticket im Nahverkehr sparen wollten. Wir brauchten mit den Koffern etwa 15 Minuten, dies lag aber hauptsächlich am schweren Gepäck und der leichten Steigung. 

Am Bahnhof wollten wir beim Bäcker Franz & Friends Franzbrötchen kaufen, da dieser Bäcker die meiste Auswahl an Franzbrötchen bot. Allerdings befanden wir uns auf der falschen Seite der Gleise, sodass wir versuchten über den Bahnsteig auf die andere Seite zu kommen. Wir fuhren mit dem Aufzug nach unten und gingen am Bahnsteig entlang, um dann festzustellen, dass es am anderen Ende kein Aufzug gab und die Rolltreppe nur nach unten fuhr. So mussten wir den ganzen Weg wieder zurück und außen herumgehen. Ich frage sogar an der Information nach, ob es keine andere Möglichkeit gibt, als den Bahnhof komplett zu umrunden. Die Frau an der Info teilte mir nur mit, dass es keine andere Möglichkeit gibt, weil es auf der einen Seite des Bahnsteigs nur Treppen gab. Wieder etwas für mich nicht verständliches in einer Großstadt. 
Nachdem wir endlich beim Bäcker waren, gingen wir zu unserem Abfahrtsgleis und warteten auf den Zug. 

Im Zug fanden wir schnell unsere Plätze und einen Platz um unsere Koffer abzustellen. Obwohl wir pünktlich starteten, erreichten wir Frankfurt mit einer 13-minütigen Verspätung, sodass wir unseren Anschluss nicht mehr erreichen würden. Daher entschieden wir uns weiter im ICE zu bleiben und nach Mannheim weiter zu fahren. Da wir ein Ticket mit Zugbindung gekauft hatten, versuchte ich vom Kontrolleur etwas Schriftliches zu erhalten, damit wir ab Mannheim keine Schwierigkeiten bekamen. Der Kontrolleur weigerte sich erst uns etwas auszustellen. Seiner Meinung nach kann jeder Kontrolleur die Verspätungen einsehen und uns daher keine Schwierigkeiten machen. Letztendlich gab er mir doch eine Bestätigung, dass der Zug Verspätung hatte. 

In Mannheim mussten wir zum Glück nicht lange warten, bis eine Regionalbahn nach Hause fuhr. Die Bahn war allerdings so voll, dass kein Abstand zu anderen Reisenden eingehalten werden konnte. Wir fahren froh, nach einer Stunde Fahrtzeit endlich zu Hause anzukommen. 

Fazit:

Die Reise war anders als die sonstigen Schiffsreisen, die wir bisher unternommen haben. Sie hat uns aber sehr gut gefallen, wir fühlten uns an Bord viel sicherer als zu Hause, bei der Arbeit oder beim Einkaufen. Die Crew sorgt dafür, dass alle Hygienerichtlinien eingehalten werden und ist gefühlt ständig damit beschäftig zu putzen und desinfizieren. Wir werden auf jeden Fall, weiter auf Kreuzfahrten gehen, da dies für uns zur Zeit die sicherste Art ist zu reisen. 

Ein paar Tage nach dem wir wieder zu Hause waren, kam auf Galileo ein Bericht über die Griechenland Reise mit Mein Schiff. Dort sahen wir welche Maßnahmen die Crew vollbringt, die man an Bord gar nicht mitbekommt. So werden z.B. alle Kabinen vor dem Passagierwechsel komplett desinfiziert und abgedampft, ebenso werden nachts alle Bereiche die von Passagieren betreten werden desinfiziert. Tui Cruise unternimmt alle Möglichkeiten die es zur Zeit auf dem Markt gibt, um das Ansteckungsrisiko an Bord so gering wie möglich zu halten. 

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