Karibik mit der Mein Schiff 2 über den Jahreswechsel 2025 und 2026 - Teil 1
Im September 2024 buchten wir unsere vierwöchige Weihnachts-Silvester-Kreuzfahrt für das Jahr 2025/2026. Wir entschieden uns den Jahreswechsel dieses Jahr in der Karibik zu verbringen. Die Mein Schiff 2 fährt die Karibik Route einmal ab La Romana in der Dominikanischen Republik und einmal ab Barbados. Da die Tour ab Barbados bis zum 12.01.26 dauern würde, buchten wir diese Abfahrt. Die Reise ab La Romana wäre bereits drei Tage früher zu Ende gewesen.
Wir wollten auf jeden Fall eine durchgängige Kabine, damit wir nach zwei Wochen nicht umziehen müssen. Da hatten wir richtig Glück und erwischten noch die Kabine 7053. Diese Kabine ist in der Ausbuchtung der Fahrstühle gelegen und hat einen größeren Balkon.
Für den Flug entschieden wir uns das Anreisepaket von TUI Cruises zu buchen und gönnten uns für den langen Flug, Plätze in der Business Class.
Da wir bis auf eine Insel bereits alle Inseln mindestens einmal bereist hatten, buchten wir nur ein paar Ausflüge vorab. Ansonsten wollten wir es ruhig angehen lassen.
Anreise 15.12.25 Frankfurt nach Barbados
Für den Hinflug wurde uns ein Flug mit Discover Airlines um 12:40 Uhr ab Frankfurt zugeteilt. Dabei handelt es sich um eine reine Chartermaschine. Zur Sicherheit buchten wir eine Vorübernachtung in Frankfurt. Dabei entschieden wir uns ein neues Hotel zu testen, da wir mit dem Stay City leider nicht mehr so zufrieden waren. Im Gebiet Gateway Gardens, welches eine Haltestelle vom Flughafen entfernt ist, befinden sich noch jede Menge weitere Hotels. Da das Hyatt Place Frankfurt Airport gute Bewertungen hatte und preislich günstiger, als das bereits von uns getestet Moxy war, buchten wir schließlich dieses Hotel. Wir würden im Lounge Bereich von Lufthansa frühstücken und reservieren daher nur das Hotelzimmer. Preislich lagen wir bei ca. 75 € zu zweit.
Die Anreise mit der Bahn verlief ausnahmsweise problemlos und so waren wir bereits um 14:45 Uhr im Hotel. Das Hotel befindet sich direkt neben der Haltestelle Gateway Gardens, was natürlich praktisch mit den Koffern ist. Im Zimmer waren wir positiv überrascht, es war viel größer als die Zimmer im Stay City oder Moxy und das Bad war riesig. Wir haben gut geschlafen, obwohl das Hotel eines der ersten Hotels in Gateway Gardens war, war das Bett bequem und nicht durchgelegen.
Nach dem Einchecken beim Discover Airlines Schalter gingen wir sofort durch die Sicherheitskontrolle und zur Lufthansa Bistro Lounge C14/C15. Diese Lounge wurde erst vor ein paar Jahren renoviert und das sieht man ihr tatsächlich an. Die Lounge ist etwas kleiner als die Standard Lufthansa Lounge und hat keine extra Bereiche zum Arbeiten, keine Duschen und oder Schlafbereich. Zum Frühstück gab es alles was es zu einem typischen deutschen Frühstück dazu gehört; verschiedenen Brötchen, Aufschnitt, Käse, Marmelade, Süße Teilchen, Müsli usw. Als kleines Highlight in der Weihnachtszeit gab es Plätzchen und Lebkuchen, diese waren allerdings nicht selbstgemacht.
Discover Airlines hatte für diesen Flug eine A330-300 mit 2-2-2 Bestuhlung eingesetzt. Nach dem Start wurden uns Getränke und ein Schälchen mit Nüssen serviert. Da wir bereits in der Lounge gegessen hatten, ließen wir uns zum Mittagessen nur den Salat und den Nachtisch servieren. Das Abendessen vor der Landung haben wir ausgelassen.
Gegen 17:00 Uhr landeten wir auf dem Flughafen von Barbados. Vom Flugzeug aus geht es direkt in den Transferbus zum Hafen. Die Koffer werden automatisch umgeladen und stehen nach einiger Zeit vor der Kabinentüre. Mit Fahrtzeit und Check-In in Hafen haben wir genau eine Stunde gebraucht und standen um 18:00 Uhr bereits in unserer Kabine. Da wir nur einen kleinen Hunger hatten, besuchten wir das Tag & Nacht Bistro. Dort war italienischer Tag mit Tomate & Mozzarella, Bruschetta und Lasagne.
Da es zu Hause bereits fünf Stunden später war, hielten wir es nicht mehr lange aus und gingen früh ins Bett.
16.12.2025: Bridgetown, Barbados
27°C – wechselhaft – 28 km/h Wind – 10 % Regenwahrscheinlichkeit
Liegezeit: bis 19:00 Uhr
Über Nacht hat das Schiff seine Position am Hafen wechseln müssen, da an unserem Platz am Terminal ein Containerschiff anlegen musste. Da wir in zwei Wochen erneut in Barbados sein würden, verließen wir das Schiff nur um ein paar Fotos zu machen und im Terminal ins Internet zu gehen.
Zwischen 16:00 und 18:00 Uhr mussten wir die Sicherheitseinweisung für neu angereiste Gäste besuchen. Dieser Pflichttermin war in fünf Minuten erledigt. Danach schauten wir kurz im Theater vorbei, wo der Lektor Marcus Kummerer einen Vortrag über den nächsten Hafen Grenada hielt.
Am Abend besuchten wir die Zaubershow von Jan Phillip Lehmker: Magie der Momente.
Im Anschluss wurde im Theater die Show: „Leinen los – Die Willkommenshow“ gezeigt. Dabei werden der Kapitän und seine Offiziere vorgestellt. Als Kapitän fuhr Hilko Tjard Mahler das Schiff. Ihn kannten wir bereits von vorangegangenen Reisen. Seine Durchsagen sind immer informativ und kurzweilig. Als Kreuzfahrtdirektor begleitete Stefan Seizer das Schiff. Ihm merkte man an, dass er erst seit August als KD beschäftigt war. Er kommt aus der musikalischen Branche und war vorher bei AIDA angestellt.
17.12.2025: St. George´s, Grenada
30°C – sonnig – 18 km/h Wind – 10 % Regenwahrscheinlichkeit
Liegezeit: 07:30 bis 19:00 Uhr
Kurz nachdem wir auf Grenada angelegt hatte, fuhr die Celebrity Ascent in den Hafen ein und machte gegenüber von uns am Pier fest.
Grenada ist ein Inselstaat der zu den Kleinen Antillen gehört und ca. 200 km nordöstlich der Küste von Venezuela liegt. Zu Grenada gehören noch ein paar kleinere Inseln, die teilweise unbewohnt sind oder sich in Privatbesitz befinden. Dort leben ca. 112.000 Einwohner. Die Inseln sind vulkanischen Ursprungs und daher sehr fruchtbar und grün.
95 % der Bewohner stammen von Afrikanern ab, die zur Sklavenarbeit auf die Inseln geschleppt wurden. Die ursprünglich ansässigen Kariben wurden fast vollständig durch die Franzosen im 17. Jahrhundert ausgerottet.
Die als Gewürzinsel bekannte Insel lebt hauptsächlich vom Tourismus. Vor dem Hurrikan 2004 war Grenada der zweitgrößte Produzent von Muskatnüssen weltweit. Bei unserem letzten Aufenthalt 2019 hatten wir eine Muskatnussproduktion besucht. Dieses Mal wollten wir allerdings die Gegend rund um den Hafen zu Fuß erkunden.
Das Schiff legt in der Hauptstadt St. George´s an. Vom Terminal geht es direkt in die Esplanade Mall, dort gibt es neben jeder Menge typischen Souvenirs auch Muskatnüsse und andere Gewürze zu kaufen. Weitere Geschäfte gibt es in der angrenzenden Melville Street. In der Gegend rund um den Hafen gibt es nicht viel zu besichtigen.
Fußläufig ist das Fort George zu besichtigen. Die französische Festung aus dem 18. Jahrhundert ist allerdings nur über einen steilen Anstieg erreichbar. Wenn man durch den Sendall Tunnel geht, kommt man an einem Fischereihafen an. Dort gibt es ein paar Restaurants - das Schnitzelhaus, welches wir 2019 entdeckt hatten, gab es allerdings nicht mehr. Der 105 Meter lange Sendall Tunnel ist ein im Jahr 1894 erbauter Durchgang, der die beiden Stadthälften verbindet. Da er so schmal ist, passt nur ein Auto durch, einen extra Gehweg gibt es nicht.
Nach einer Runde durch die Stadt gingen wir zurück zum Schiff.
Wir spielten um 19:30 Uhr in der Schau Bar beim Bingo mit und besuchten im Anschluss die 80s & 90s Poolparty. Die Galley hat dafür allerlei Leckereien wie Kuchen, belegte Brote und Brötchen vorbereitet.
18.12.2025: Castries, St. Lucia
28°C – bewölkt – 14 km/h Wind – 10 % Regenwahrscheinlichkeit
Liegezeit: 07:30 bis 00:00 Uhr
Pünktlich um 07:30 Uhr machte die Mein Schiff 2 am Pointe Seraphine Cruise Terminal in der Hauptstadt Castries fest.
St. Lucia gehört zu den Kleinen Antillen und befindet sich 146 km von Barbados entfernt. Die Bevölkerung beträgt ca. 188.000 Einwohner, wovon die meisten von ehemaligen Sklaven abstammen. Die Hauptattraktion sind die beiden Vulkane Gros Piton (770 m) und Petit Piton (743 m), die in Soufriere liegen.
Gegen 9:00 Uhr verließen wir das Schiff und machten uns auf den Weg zum Vigie Beach. Dieser liegt ca. zwei Kilometer vom Hafen entfernt, hinter dem für Inlandsflüge genutzten George F. L. Charles Flughafen.
Kaum hatten wir uns hinter dem Hotel auf unsere Handtücher gelegt, fing es an zu regnen. Wir stellten uns unter eine Palme und warteten, dass es aufhörte. Leider war das Wetter an dem Tag echt bescheiden. Kaum kam die Sonne raus, kamen fünf Minuten später schon wieder dicke Wolken. Daher machten wir uns gegen 11:00 Uhr bereits wieder auf den Weg zurück zum Schiff.
Da es im Hafenterminal kostenloses Internet gab, gingen wir nach dem Abendessen noch mal raus. Die Geschäfte hatten zu dieser Zeit bereits alle geschlossen. Lediglich eine Bar war noch geöffnet. Das fand ich etwas schade, da unsere Liegezeit bis Mitternacht war.
Um 21:30 Uhr besuchten wir die Show von IKENNA „Whitney Housten & andere Pop Diven“. Seit der 90er Jahre arbeitest Ikenna Beney Amaechi als Travestie-Künstler und Doppelgänger von Whitney Houston. Da seine Stimme der von Whitney zum Verwechseln ähnelt, tourt er regelmäßig durch Las Vegas, New York oder Thailand.
19.12.2025: Fort-de-France, Martinique
27°C – stark bewölkt – 14 km/h Wind – 50 % Regenwahrscheinlichkeit
Liegezeit: 07:30 bis 22:00 Uhr
Martinique gehört ebenfalls zu den Kleinen Antillen und ist ein Übersee-Departement von Frankreich. Auf der 6.850 km von Paris entfernten Insel leben 341.000 Einwohner, die überwiegend Nachkommen aus afrikanischen Sklaven sind. Da die Insel zum Gebiet der Europäischen Union gehört, gilt dort das EU-Roaming.
Josephine de Beauharnais, die Gattin Napoleons wurde auf Martinique geboren. Dort ist sie allerdings recht unbeliebt, da sie die Sklaverei wieder einführen wollte. Verehrt hingegen wird Victor Schoelcher, welcher aus dem Elsass stammt. Er hat 1848 die Sklaverei auf der Insel abgeschafft. Nach seinem Tod stiftet er seine bedeutende Büchersammlung Martinique, die daraufhin 1887 die Bibliotheque Schoelcher eröffneten.
Unser Schiff legte am relativ neuen Kreuzfahrtterminal Pointe Simon Cruise Terminal an. Ein richtiges Terminal mit Souvenirgeschäften gibt es nicht. Der Hafen besteht lediglich aus einem langen Pier, an dem zwei Schiff anlegen können. 2019 legten wir noch am Tourelles Cruise Terminal an, dieses ist etwas weiter entfernt von der Innenstadt.
Wir machten uns zu Fuß auf den Weg in die Stadt. Beim verlassen des Piers merkt man deutlich, dass Martinique eher zu Europa als zur Karibik gehört. Es hat einen deutlich spürbaren französischen Touch.
Wir gingen zuerst zum Stadtstrand La Francaise. Von dort gingen wir durch den Parc La Savane zur Einkaufsstraße Rue de la Republique. Bei unserem letzten Aufenthalt war an diesem Tag der Karnevalsumzug. Ähnlich wie in Deutschland wird Karneval dort groß gefeiert, mit mehreren Umzügen und tollen Kostümen. Bei 30 Grad und Sonnenschein macht das ganze natürlich viel mehr Spaß, als bei deutschem Winterwetter.
In der Einkaufsstraße befinden sich kleine Boutiquen und Bistros. Das Einkaufszentrum Marche couvert de Fort-de-France war leider kein Besuch wert. Draußen wird groß Werbung gemacht für den Supermarkt Carrefour, der bereits seit längerem nicht mehr existiert. Die meisten anderen Geschäfte stehen leer.
Nach dem Abendessen schauten wir uns den Vortrag von Marcus Kummerer zu Dominica an. Im Anschluss gingen wir ins Theater zur Show „Psycho? Logisch!“ von Vera Deckers. Die Kölnerin ist Psychologin und Comedienne.
20.12.2025: Roseau, Dominica
27°C – leicht bewölkt – 12 km/h Wind – 50 % Regenwahrscheinlichkeit
Liegezeit: 07:30 bis 22:00 Uhr
Beim Vortrag am Vorabend erzählt der Lektor, dass er noch keinen Tag auf Dominica erlebt hat, an dem es nicht geregnet hat. Und so war es nicht verwunderlich, dass es beim Aufwachen regnete. Grund für die häufigen Regenschauer ist der „Morne Diablotins“ der zweithöchste Berg der Kleinen Antillen mit einer Höhe von 1.447 Metern.
Dominica hat insgesamt neun potentiell aktive Vulkane, welche die zerklüftete Landschaft ausmachen. Durch die hohen Niederschläge ist Dominica allerdings auch eine der grünsten Inseln der Karibik und hat ca. 300 Flüsse, Bäche und Seen. Der bekannteste See ist der „Boiling Lake“ Kratersee, die weltweit zweitgrößte Heißwasserquelle. Mit Temperaturen um die 90 °C ist er nicht zum Baden geeignet.
In der Hauptstadt Roseau, in der die Mein Schiff 2 anlegt, leben ca. 16.000 Einwohnern. In ganz Dominica hingegen leben ca. 73.000 Einwohner auf einer Fläche, vergleichbar mit Hamburg.
Roseau eignet sich gut zum Erkunden auf eigene Faust, da einige Sehenswürdigkeiten direkt in der Hauptstadt liegen. So machten wir uns auf den Weg zum Botanischen Garten. Diesen hatten wir 2019 bei einem Ausflug mit der Bimmelbahn bereits besucht. Von der Anlegestelle geht man die „King George V Street“ bis zum Ende und kommt direkt am Botanischen Garten raus. Auf dem Weg liegen zwei Supermärkte und einige Shops. Der Garten ist nicht vergleichbar mit dem was man sonst unter einem Botanischen Garten zum Beispiel in Europa erwarten würde. Es gibt hauptsächlich Bäume und keine schön angelegten Beete oder Anlagen.
Da er keinen Eintritt kostet, ist er trotzdem einen Besuch wert und bietet ein paar seltene Highlights. Der 1979 durch den Hurrikan David zerstörte Schulbus, ist eins der Sehenswürdigkeiten im Park. Beim Hurrikan fiel ein Affenbrotbaum auf den Schulbus und zerquetsche ihn. Glücklicherweise war der Bus damals ohne Fahrer und Fahrgäste, so dass es keine Verletzten gab. Der Baum wächst um den Bus herum weiter und ist ein tolles Fotomotiv.
Ein weiteres beliebtes Fotomotiv sind die hohen Bambusbäume. Diese wurden in einem großen Kreis gepflanzt und sind inzwischen so dicht, dass man sich im Inneren aufhalten kann.
Vom Botanischen Garten aus gibt es ein Wanderweg „Jack´s Walk Trail“, dieser führt bis zum „Morne Bruce Cross“. Der zwanzig minütige Weg führt sehr steil bis zum Aussichtpunkt. Der Aufstieg war anstrengend, da der Weg durch den Regen rutschig war. Die hohe Luftfeuchtigkeit erschwerte den Aufstieg zusätzlich. Es ist auf jeden Fall festes Schuhwerk zu empfehlen. Oben angekommen hat man dafür einen tollen Ausblick auf Roseau und das Kreuzfahrtschiff. Nach ein paar Erinnerungsfotos machten wir uns wieder auf den Weg zurück zum Schiff.
Souvenirs kann man direkt an der Anlegestelle kaufen, dort befinden sich die Händler in kleinen weißen Zelten. Laut dem Kapitän hatte sich ein Delfin und sein Freund, eine Schildkröte die Anlegestelle als ihr zu Hause ausgesucht und würden immer wieder gesehen werden. Leider haben wir die beiden weder an diesem Tag, noch zwei Wochen später gesehen.
Abends besuchten wir die zweite Show des Zauberers Jan Phillip Lehmker. Der Ostfriese hatte bereits diverse Auftritte im Deutschen Fernsehen, wie im Fernsehgarten. Ein paar der Zaubertricks kannten wir bereits von anderen Zauberern, doch es war trotzdem kurzweilig.








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