Mein Schiff 2 - Blaue Reise Herbst 2020 Teil 1

 Tag 1 – die Anreise:

Um 9:30 Uhr startet unsere Anreise mit der Bahn nach Hamburg. Wir hatten uns für eine Verbindung ohne Umsteigen entschieden, da wir auf keinen Fall irgendwelche Anschlüsse verpassten wollten. Um 15:30 Uhr kamen wir ohne irgendwelche Zwischenfälle in Hamburg an. Wir verließen den Hamburger Hauptbahnhof auf der Nordseite, dort befindet sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite der ZOB. Hier startete der Shuttle zum Schiff. 

 

Nach kurzer Anmeldung wurden unsere Koffer in den Bus geladen. Wir waren die ersten im Bus und hofften, dass wir nicht warten mussten, bis der Bus voll war. Unsere Check-In-Zeit war von 15:00 bis 16:00 Uhr. Wir warteten allerdings nur bis der Bus zur Hälfte besetzt war und fuhren dann zum Hafen. Auf der 20-minütigen Fahrt sahen wir schon einen Teil von Hamburgs Speicherstadt.


Das Cruise Center Steinwerder liegt etwas außerhalb und hat keinen direkten Anschluss an Bus oder Bahn, so dass eine Anfahrt mit dem Auto oder mit dem Shuttle vom Hauptbahnhof aus, unumgänglich ist.

Am Hafen angekommen durften wir sofort in das Gebäude des Cruise Centers, die Koffer werden direkt vom Bus zur Kabine gebracht. Vor dem Gebäude mussten wir unseren Gesundheitsfragebogen abgeben, Fiebermessen und unsere Hände desinfizieren. Die Schlange im Gebäude war nicht besonders lang, durch die großen Abstände zwischen den einzelnen Personen sieht die Schlange länger aus, als sie tatsächlich ist. Nach etwa 20 Minuten waren wir an der Reihe.

Keine drei Minuten später waren wir schon auf dem Schiff. Wir gingen zuerst zu unserer Kabine und legten unsere Jacken ab und verstauten unsere Wertsachen im Safe. Wir hatten dieses Mal die Balkonkabine 8088 auf Deck 8 auf der Steuerbordseite erhalten. 



Danach machten wir uns auf den Weg zur Seenotrettungsübung in der Ebbe & Flut Bier-Bar.

Auf den Blauen Reisen wird die Seenotrettungsübung nicht wie üblich abgehalten, da sonst der Abstand der Reisenden zueinander nicht gewährt werden kann. So treffen sich immer eine kleine Gruppe in ihrer jeweiligen Musterstation und bekommen ihre Einweisung für den Notfall in einer kurzen Zusammenfassung. Der Sicherheitsfilm läuft in Dauerschleife auf Kanal 1 im Bordfernsehen, für Diejenigen, denen die Einweisung zu knapp war.

Anschließend machten wir noch ein paar Fotos vom Pooldeck und der Aussicht in Hamburg. Da wir bereits um 19 Uhr ablegten, gingen wir davor zum Abendessen in den Anckelmannsplatz


 

Bevor man das Restaurant betritt, muss jeder Gast die Hände an den vorhandenen Waschbecken waschen und anschließend die Hände desinfizieren. Ein Mitarbeiter der Crew steht am Eingang und kontrolliert, dass auch jeder Gast dies erledigt.

Ein weiterer Mitarbeiter der Crew fragt nach der Kabinennummer und weist einen Tisch zu. Dort erhält man das Besteck abgepackt in kleinen Papiertüten. Die Tischnummer wird von der Crew notiert, damit im Falle eines Corona-Ausbruchs genau nachvollzogen werden kann, wo sich die Passagiere aufgehalten haben. 

 Die Getränkeausgabe ist abgesperrt und eine Mitarbeiterin der Crew steht davor und bereitet einem die Getränke zu. Jeder Abschnitt des Buffets ist ebenfalls abgesperrt. Seine Speisen erhält man von einem Mitarbeiter, der sich hinter dem Buffet bzw. der Absperrung aufhält. Manchmal hat es etwas länger gedauert, wenn ein Mitarbeiter ganz alleine für eine Insel zuständig war und die Gäste auf allen vier Seiten anstanden. Ansonsten hat aber alles geklappt. Es ist etwas ungewohnt, zum Buffet zugehen und sich nicht selbst zu bedienen.


Auf Grund der geringen Gästeanzahl - bei unserer Fahrt waren 964 Passagiere an Bord - hat das Buffett-Restaurant nicht mehr durchgehend offen. Vom Frühstück bis zum Mittagessen hat es durchgehend bis 14 Uhr geöffnet, anschließend zu Kaffee und Kuchen von 15:30 bis 16:30 Uhr. Zum Abendessen öffnete das Restaurant wieder um 18 Uhr.

Nachdem Essen suchten wir uns einen Platz an der Reling um das Auslaufen zu beobachten.

Von weitem hatte man einen guten Blick über Hamburg. Wir konnten die Elbphilhamonie und den Michel erkennen. Nach einer kurzen Verzögerung tutete das Horn dreimal und die Auslaufmusik startete. Nach sieben Monaten endlich wieder auf einem Schiff zu sein und das Horn zu hören, war ein sehr befreiendes Gefühl. 


 

Da die meisten Passagiere an Bord das Auslaufen aus dem Hamburger Hafen auf Deck 14 verfolgten, mussten wir währenddessen unsere Masken aufbehalten. Der Sicherheitsabstand von 1,5 Metern konnte während den ersten Minuten nicht eingehalten werden. Die Crew kontrolliert, ob jeder seine Maske ordnungsgemäß trägt und wies gegebenenfalls die Passagiere darauf hin.

Irgendwann wurde es uns zu kalt draußen, sodass wir uns in die Schaubar setzten und unseren ersten Cocktail bestellten. In den Bars und Restaurants liegen keine Speise- und Getränkekarten mehr aus, sondern QR-Codes die man mit dem Handy scannt und so die Karte auf dem Handy anschauen konnte. Wir bestellten unseren Stamm-Cocktail White Russian und spielten Karten. 




Während der Fahrt auf der Elbe vom Hafen bis zur Nordsee, befindet sich der Elblotse an Bord um die Mannschaft auf der Brücke beim Ausfahren in die Nordsee zu assistieren. Die Strecke beträgt ca. 107 km und dauert mehrere Stunden. Leider war es auf unserer Fahrt schon dunkel, ansonsten wäre es sicher interessant gewesen, diese Fahrt zu verfolgen und sich die Landschaft abseits der Elbe anzuschauen.

Irgendwann in der Nacht verließ der Elblotse das Schiff, aber da haben wir schon lange geschlafen. 

Tag 2:

Noch vor dem Frühstück gingen wir zum Fiebermessen in die Abtanzbar. Wir waren sogar die Ersten und mussten warten bis die Bar um 08:30 Uhr öffnete. Zum Fiebermessen stellt man sich vor einen Bildschirm, der die Temperatur misst. Damit auch wirklich jeder zum Fiebermessen ging, wurde die Bordkarte gescannt. Das Messen selbst dauerte nur einige Minuten und ist wirklich kein Aufwand. Jedoch kam 30 Minuten vor Ende der tägliche Messzeit um 12:00 Uhr, noch eine Durchsage, dass über 100 Menschen noch nicht bei der Temperaturmessung waren.


Zum Frühstück gingen wir wieder in den Anckelmannsplatz. Da die Anordnung des Buffets auf jedem Schiff unterschiedlich ist, dauerte es etwas bis wir alles zum Frühstück gefunden hatten. Das ist am ersten Tag immer so.


Anschließend machten wir einen Rundgang durch das Schiff und spielten an der Außenalster Bar Karten. Das Wetter war an diesem Tag sehr gut und wir konnten den ganzen Tag nur mit einer leichten Jacke bekleidet draußen sitzen.

Nachdem Mittagessen besuchten wir den Vortrag „Von Hamburg bis ins Kattegat“ des Lektors Horst Müller. Alle Veranstaltungen mussten von zu Hause bzw. über die Mein Schiff App reserviert werden. Es waren nur begrenzt Plätze verfügbar, nur so konnte die Crew die Nachverfolgung der einzelnen Passagiere gewährleisten. Im Theater wurden uns von der Crew festgelegte Sitzplätze zugewiesen. Man konnte als Haushalt oder Gruppe zusammensitzen, zur nächsten Person waren jedoch 2-3 Plätze frei. Während der ganzen Zeit der Veranstaltung mussten wir unsere Masken tragen, dies wurde von der Crew kontrolliert. Man gewöhnt sich aber sehr schnell an die Maske und für uns war das kein Problem. Ich selbst habe sie irgendwann gar nicht mehr gemerkt. 

 

 Beim Vortrag zeigte der Lektor welchen Inseln wir auf dem Weg nach Göteburg passieren und die Meerengen Skagerrak und Kattegat. Skagerrak ist ein Teil der Nordsee zwischen der Nordküste Dänemarks, der Südküste Norwegens und der Westküste Schwedens. Daran folgt das Kattegat, dass sich zwischen Dänemark und der schwedischen Westküste findet. 

 

Da es an Bord ein Tattoo-Studio gibt, wollte ich mir dieses genauer anschauen. Das Studio befindet sich im Spa-Bereich auf Deck 12. Die Tätowiererin Sabrina hatte gerade keine Gäste, sodass wir uns mit ihr unterhalten konnten. Ich wollte mir an Bord einen Anker stechen lassen und machte einen Termin für den nächsten Tag aus.


Vor dem Abendessen schauten wir noch die Abendschau mit dem Kreuzfahrtdirektor Benjamin Witthoff im Fernsehen an. Zu Gast waren die Entertainment Managerin Laura Voigt und die Gastkünstlerin Tante Valetti. Tante Valetti erzählte von ihrem Werdegang als Travestiekünstlerin und machte Werbung für Ihre Show die am Abend im Theater gezeigt wurde.

Anschließend gingen wir zum Abendessen und zum ersten Mal auf der Reise zum Bingo. Auf Grund der Hygienemaßnahmen konnte man das Bingo nicht mehr mit Bargeld bezahlen, sondern wurde vom Bordkonto abgebucht. Eine vorherige Anmeldung im Mein Schiff Reiseportal zeigte, dass das Bingo gut besucht werden würde. Für einige hatten die Plätze im Reiseportal nicht mehr gereicht. Sie durften aber trotzdem mitmachen. Nach drei Runden stand fest, dass der gefüllte Lostopf mit über 200,- € wieder einmal von einem anderen Gast gewonnen wurde. 

 

Um 21.30 Uhr startete die Show von Tante Valetti „50 Jahre Tingel Tangel“ im Theater. Während sie von ihrem Leben im Harz über Berlin bis nach Hamburg berichtete, spannte sie immer wieder das Publikum mit ein und brachte so das gesamte Theater zum Lachen. So hatte es ihr besonders ein Pärchen angetan, dass nach 19 Jahren entschied endlich zu heiraten oder eine Frau im zitronengelbem Blazer. Für diejenigen die keinen Platz mehr im Theater bekamen, wurde die Show im Fernsehen übertragen. Leider war es nur eine Liveübertragung, wir hätten uns gewünscht, dass die Shows im Fernsehen öfter übertragen werden würden. 

 



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