USA Ostküste & Karibiksonne mit der Mein Schiff 1 2024 - Teil 1

23.10.2024: Tag der Anreise
Nach einer Vorübernachtung in der Nähe des Frankfurter Flughafens, machten wir uns mit der Bahn auf den Weg zum Check-In Schalter von Discover Airlines. Obwohl wir eine der ersten in der Schlage waren, waren leider keine Fensterplätze mehr verfügbar. Dadurch, dass der Flug ein reiner Charterflug war, waren Sitzplatzreservierungen nur über das Reisebüro möglich. 

Der Flug startete pünktlich und die 7,5 Stunden Flugzeit waren erträglich. Um 13:00 Uhr landeten wir am New York Stewart International Airport. Dort ließ sich die Außentreppe nicht am Flugzeug anbringen, sodass wir schon das Schlimmste befürchteten. Irgendwann klappt es und wir konnten aussteigen und zu Fuß über das Flughafengelände in das Gebäude gehen.  

 
Der Flughafen ist sehr klein und hat gerade einmal so viele Flugbewegungen wie unser Provinzflughafen in Karlsruhe. Im Gebäude befand sich lediglich ein kurzes Kofferband und drei Schalter für die Immigration. Für die vielen Passagiere war nicht genug Platz. Wir waren froh, als wir unsere Koffer auf dem Band entdeckten und zur Immigration konnten. Dort wurden wir gefragt, wie lange wir in den USA bleiben würden und welche Städte wir besuchen würden. Da wir ein reiner Charterflug auf dem Weg zum Schiff waren, verstehe ich nicht warum der Officer uns allen dieselbe Frage stellte. Unsere ESTA Bescheinigung oder Medikamentenbescheinigung hat niemanden interessiert.

Anschließend konnten wir aus dem Gebäude und zum Bus, dieser fuhr gegen 14:00 Uhr ab. Wir waren tatsächlich erstaunt, wie schnell das alles ging. Die Strecke vom Flughafen bis zum Kreuzfahrtterminal in Bayonne war mit ca. 120 km angegeben. Wir hatten im Internet gelesen, dass sich letztes Jahr ein Busfahrer so krass verfahren hatte, dass die Passagiere erst gegen 20:00 Uhr auf dem Schiff ankamen. Wir drücken uns daher selbst die Daumen. Doch alles hat wunderbar geklappt und kurz vor 16:00 Uhr konnten wir bereits im Hafen einchecken. Nach gerade einmal 15 Minuten waren wir auf dem Schiff. 

Da die Kabine bereits fertig war, stellen wir unsere Rucksäcke ab und gingen zur Musterstation, um die Seenotrettungsübung durchzuführen. Anschließend gingen wir in den Anckelmannsplatz um eine Kleinigkeit zu essen. Wir wunderten uns noch darüber, wo die ganzen anderen Passagiere waren, da es erstaunlich leer war. 
 
Kurze Zeit später standen bereits unsere Koffer auf der Kabine, die wir auspackten. Anschließend gingen wir noch eine Kleinigkeit essen und gönnten uns einen Cocktail in der Schaubar. Da uns durch die Zeitverschiebung bald die Müdigkeit übermannte, gingen wir früh ins Bett.


24.10.2024: Bayonne
23°C - sonnig - 21 km/h Wind - 0% Regenwahrscheinlichkeit

Durch die Zeitverschiebung wachten wir sehr früh auf und gingen zum Frühstück. Da wir im Gegensatz zu den vielen anderen Passagieren keinen Ausflug nach New York gebucht hatten, hatte mich informiert, was man in Bayonne unternehmen könnte. Der Ausläufer auf dem das Kreuzfahrtterminal steht, befindet sich ca. drei Kilometer vom „Festland“ entfernt. Dort befinden sich einige Einkaufsmöglichkeiten zum Beispiel ein Lidl, ein Fitnessstudio und eine Apotheke befindet. Der Fußweg ist nicht der Beste, sollte sich aber bewältigen lassen.

So packten wir uns nach dem Frühstück warm ein, es war morgens mit gerade einmal 15 Grad sehr frisch. Auf dem Weg zum Lidl trafen wir zwei weitere Passagiere vom Schiff, die auf dem Weg nach New York waren. Sie erzählten uns, dass sie von Berlin über Belgien zum JFK Airport geflogen waren. In Belgien haben sie gerade noch so den Flug erwischt, da alles viel zu knapp getaktet war. In JFK angekommen, waren gerade weitere drei Flugzeuge aus Deutschland gelandet und am Kofferband die Hölle los. An der Immigration standen sie fast zwei Stunden an. Und anschließend ließ der Transferbus auf sich warten, der sie zum Hafen bringen sollte. Somit waren sie erst gegen 20:00 Uhr am Hafen. Da hatten wir mit unserem Provinzflughafen tatsächlich Glück. Wir lasen später in den Sozialen Medien, dass einige Passagiere erst kurz vor dem Auslaufen angekommen sind.

Am Lidl angekommen, waren wir positiv überrascht, es sah einfach aus wie jeder Lidl, den wir von zu Hause kennen. Angefangen mit der Auslage der frischen Backwaren, über die Regale und das Sortiment bestand aus den gleichen Marken wie zu Hause (Alesto, Silvercrest und Esmara). Es gab sogar eine kleine Weihnachtsabteilung mit Lebkuchen usw. Allerdings waren die fast doppelt so teuer, wie zu Hause. 
 

Auf dem Rückweg machten wir noch ein paar Fotos vom Bayonne Golf Club, der sich auf der anderen Seite des Ausläufers befindet. Am Ende des Piers befindet sich das Tear Drop Memorial (Tränentropfendenkmal), eine Gedenkskulptur, dass an den 11. September 2001 erinnern soll. In der Mitte des 30 Meter hohen Mahnmals ist eine ca. zwölf Meter hohe Träne aus Stahl angebracht. Auf dem Boden um die Skulptur befinden sich Granitplatten, auf denen die Namen der Opfer des Terroranschlags graviert sind. Das Mahnmal war ein Geschenk der russischen Regierung. 
 
 

Zurück an Bord waren wir die meisten Passagiere bereits zu ihren Ausflügen nach New York aufgebrochen. Wer keine Lust auf einen geführten Ausflug hatte, konnte nur den Transfer nach New York buchen. Dabei besteht die Möglichkeit direkt vom Schiff auf eine Fähre nach New York zu steigen. Nach 30-minütiger Fahrt hält diese am Brookfield-Place-Fährterminal in Lower Manhattan. Zu einem festgelegten Zeitpunkt geht es am Ende wieder auf dem gleichen Weg zurück zum Schiff. Der Aufenthalt in Manhattan beträgt dabei je nach gebuchtem Transfer zwischen vier und acht Stunden. Der Preis hierfür betrug zwischen 56 € und 65 €, je nach Aufenthaltsdauer. 
Bei den Busausflügen dauerte leider die Fahrt nach Manhattan und wieder zurück recht lange, so dass hier viel Zeit für die Fahrt verschwendet wird. 
Es ist echt schade, dass die Mein Schiff so abgelegen in Bayonne anlegt. Die AIDA legt beispielsweise in Midtown Manhattan an. Dadurch ist man direkt am Ort des Geschehens.

Natürlich kann man auf eigene Faust nach Manhattan fahren, das ist jedoch mit dem Taxi/Uber sehr teuer oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln sehr umständlich und dauert ca. zwei Stunden. 
 
Mittags war es in der Sonne tatsächlich warm genug, dass wir unser warme Kleidung ausziehen mussten und die T-Shirts aus dem Schrank holen. 

Das Auslaufen war für 22:30 Uhr geplant. Da es uns einfach zu kalt und zu windig auf dem Pooldeck war, saßen wir in der Schaubar und tranken einen Cocktail. Bevor wir das Auslaufen vom unserem Balkon aus anschauten. Wie bei jedem Auslaufen aus Bayonne, durfte der Kapitän auch dieses Mal ein Stück Richtung Manhattan fahren und auf Höhe der Freiheitsstatue eine Drehung vollführen. 



25.10.2024: Seetag nach Boston
12°C - sonnig - 22 km/h Wind - 10% Regenwahrscheinlichkeit

Je weiter wir in den Norden fuhren, umso kälter wurde es. Am Seetag hatten wir nur noch 12 Grad und 22 km/h Nordwind.

Dies hatte immerhin den Vorteil, dass wir nicht die Qual der Wahl hatten: Sonnen auf dem Pooldeck oder den Vortrag des Lektors anschauen.
Der Lektor für diese Reise war Thorsten Greuer. Ihn kannten wir bereits von der 38-Tage-Tour und sind begeisterte Fans von seinen Vorträgen, da er diese komplett aus dem Gedächtnis vorträgt. So schauten wir nachmittags den Vortrag: „Boston – Juwel Neuenglands“ im Theater an. Neu ist, dass dieses Mal die Vorträge in Dauerschleife im Kabinenfernsehen liefen. Dies hatte ich schon sehr oft, beim Gästefragebogen vorgeschlagen. 

Um 21:30 Uhr stellte der Kapitän seine Offiziere im Theater vor. Auf dieser Reise hatten wir Jan F. Schubert als Kapitän. Er erzählte ein bisschen über seinen Werdegang vom Tellerwäscher zum Hotelkoch und anschließendem Studium zum Kapitän. Nachdem er jahrelang auf Forschungsschiffen als Kapitän tätig war, fährt er seit 2020 als Kapitän in der Mein Schiff Flotte. 



26.10.2024: Boston
17°C - sonnig - 18 km/h Wind - 0% Regenwahrscheinlichkeit

Unser erster Hafen auf dieser Reise war in Boston. Boston ist die größte Stadt in Neuengland (ca. 670.000 Einwohner) und die Hauptstadt des Bundesstaates Massachusetts. Sie gilt als eine der ältesten, kulturellsten und wohlhabendsten Städte der USA. 

 
Bekannt wurde Boston hauptsächlich durch die Boston Tea Party. Nachdem das Gebiet fast 100 Jahre britisch war, gab es am 16.12.1773 einen Protest gegen die Erhöhung der Teesteuer durch die Briten. Die Protestanten warfen den Tee in den Charles River. An diesem Tag wurde der Unabhängigkeitskrieg ausgelöst. 
Durch die Stadt führt der „Freedom Trail“. Eine auf dem Bürgersteig eingefasste rote Linie, die durch die Stadt führt und an den wichtigsten Stätten der US-amerikanischen Unabhängigkeit vorbeiführt. Eine Station ist beispielweise das Old State House, dort wurde 1776 die Unabhängigkeitserklärung verkündet.

Boston ist ebenfalls für seine vielen Hochschulen bekannt, z.B. Harvard University oder das Massachusetts Institute of Technology. Diese sind auch der Hintergrund für die Wirtschaftsstruktur in Boston, da sich sehr viele Firmen im High-Tech-, IT- oder Biotechnologiesektor niedergelassen haben.

Wir hatten für diesen Tag den Ausflug „Hop-on-Hop-off mit dem Old Town Trolley“ gebucht. Dieser Ausflug ist vergleichbar mit einer typischen Doppeldeckerbustour. Allerdings fahren in Boston nur kleine nostalgisch anmutende bunt bemalte Busse. Um 08:30 Uhr startete unsere Tour vor dem Hafenterminal. 

 
Vom Hafen aus fährt der Bus Richtung Charlestown, dort kann man am USS Constitutions Museum aussteigen. Anschließend fährt der Bus eine Schleife Richtung Downtown zum Charles River. Wir entschieden uns am Boston Public Garden auszusteigen und durch den Park zum Start des Freedom Trails zu gehen. Im Park entdeckten wir jede Menge zutrauliche Eichhörnchen, die einen nach Futter anbettelten.
 
 

Am oberen Ende des Parks steht das State House, dort beginnt der Freedom Trail. Tatsächlich empfiehlt es sich ein Stück des Trails zu Fuß abzulaufen, da man so an allen wichtigen Sehenswürdigkeiten vorbeikommt. 
 

Nachdem wir das Old South Meeting House und die Kings Chapel gesehen hatten, gingen wir zur Faneuil Hall und dem Quincy Market. Die Faneuil Hall ist eines der ältesten Gebäude in Boston, heute befindet sich im Inneren eine Ausstellung und diverse Souvenirgeschäfte.
Gegenüber befindet sich der Quincy Market, in der langen Markthalle gibt es hauptsächlich Restaurants und Bars. Da wir noch Zeit hatten machten wir uns auf den Weg zur Washington Street, dort gibt es die typischen Bekleidungsgeschäfte wie zu Hause. 
 

Der Ausflug hat 69 € gekostet und beinhaltete 15 Stopps. Außergewöhnlich ist, dass es keine typische Ansage vom Band in diversen Sprachen gibt. Sondern der Fahrer auch gleichzeitig der Sprecher ist, daher auch nur in englischer Sprache. Hier war es tatsächlich schade, dass sich manche Gäste während der Fahrt unterhalten haben und man so nicht immer alles verstanden hat. Ansonsten ist der Ausflug aber empfehlenswert um einen Überblick über die Stadt zu erhalten. 
 
Nach dem Abendessen schauten wir uns die Show „Auf Kribbel-Kurs: Eine Kreuzfahrt-Komödie“ in der Schaubühne an. Danach wurde im Theater noch „Meine Musical-Gala – Mit Aladdin durchs La La Land“ gezeigt. Da wir diese aber bereits mehrfach gesehen hatten, spielten wir lieber Karten in der Schaubar.


27.10.2024: Seetag nach Norfolk
15°C - sonnig - 14 km/h Wind - 10% Regenwahrscheinlichkeit

Da es wieder nur 15 Grad hatte, verbrachten wir den Vormittag im Inneren des Schiffes. Um 12 Uhr schauten wir uns den Vortrag „Virginia – historisches Herz der USA“ des Lektors an. 

Anschließend gingen wir zum Mittagessen im Anckelmannsplatz. Dort erwartet uns eine kleine Überraschung. Es gab Datteln im Speckmantel. So wie früher in der Außenalsterbar, bevor die Tapas mit Sauerkraut eingedeutscht wurden. Langsam wurde auch die Sonne kräftiger, so aßen wir zum Nachtisch je einen Giotto- und Aftereight-Eisbecher auf dem Pooldeck. 
 

Um 16:30 Uhr wurde in der Ebbe & Flut Bierbar ein Pub-Quiz veranstaltet. Hier galt es alleine oder in Gruppen 20 Fragen aus den Themenbereichen Allgemeinbildung, Musikquiz, Nordamerika und Filme zu erraten. Zeitgleich fand im Theater ein Vortrag des Lektors statt, „USA – Die Anfänge einer Weltmacht“. Neben den üblichen Vorträgen zu den Zielen auf der Reise, gibt es bei Thorsten Greuer immer wieder extra Vorträge. So haben wir bereits Vorträge zum Britischen Königshaus von ihm gehört. 

Um 20:15 Uhr schauten wir uns die Zaubershow von Jannis Klemm „kopfkino #1“ an. Jannis ist nicht nur ein 21-jähriger Zauberkünstler der Kartentricks zeigt, sondern auch Mentalist. 
 

 
Später trat im Theater der Bauchredner Perry Paul mit seiner Show „Ich sag nix!“ auf. Obwohl ich erst sehr skeptisch war, war seine Show lustig und kurzweilig.
 

 
28.10.2024: Norfolk
18°C - sonnig - 11 km/h Wind - 10% Regenwahrscheinlichkeit

Bei sonnigen 18 Grad legten wir in Norfolk, Virginia an. 

Die Stadt mit ca. 242.000 Einwohner ist vor allem bei den Amerikanern bekannt. Dort befindet sich die größte Marinebasis der Welt, Naval Station Norfolk. Mehrere Flugzeugträger, U-Boote und andere Kriegsschiffe sind dort stationiert, werden gewartet oder modernisiert. 

Kein Wunder, dass sich direkt am Kreuzfahrthafen, dass maritime Museum „Nauticus“ und das Museums-Kriegsschiff „USS Wisconsin“ befindet. Während die männlichen Passagiere diese besichtigen, gibt es für die Frauen Möglichkeit ein Premium Outlet zu besuchen. In 20-minütiger Entfernung befindet sich der Virginia Beach.
 
 
Wir spazierten durch die Straßen bis um 10 Uhr das angepriesene Shopping-Center „MacArthur Center“ öffnete. Nur um festzustellen, dass die meisten Geschäfte leer standen. Daher nutzen wir nur das kostenlose Internet und spazierten zum Schiff zurück.
 
 
 
Dabei kamen wir am botanischen Garten „Pagoda & Oriental Garden“ vorbei. Mitten im Garten befindet sich eine chinesische Pagode, dies war ein Geschenk des Präsidenten von China. Ansonsten ist der Garten eher trostlos.
 
 
Wenn man in Norfolk anlegt und keine Tour zum Virginia Beach oder Outlet gebucht hat, kann man sich das „von Bord gehen“ sparen. Außer man interessiert sich für alte Kriegsschiffe. 

Abends fand auf dem Pooldeck die „80er & 90er Poolparty“ statt, aber für unseren Geschmack war es zu kalt draußen. 
 

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