Celebrity Beyond Griechische Inseln mit Malta im Juli 2022 Teil 1
Celebrity Cruises Griechische Inseln und Malta im Juli 2022 Teil 1
Anfang Mai buchten wir eine Kreuzfahrt mit Celebrity Cruises. Die damals erst im April 2022 neu in den Dienst gestellte Celebrity Beyond startete ihre ersten Routen im Mittelmeer. Angeboten wurden neben der typischen Mittelmeerroute mit Barcelona, Rom, Mallorca usw. auch eine Route von Rom über die griechischen Inseln und Malta nach Barcelona. Wir buchten die Griechenland-Route, da wir dies bereits 2020 mit der baugleichen Celebrity Edge gebucht hatten, die allerdings Corona zum Opfer fiel.
Die Edge-Reihe hat leider keine normalen Balkonkabinen sondern Infinite Veranda Kabinen. Der fehlende Balkon lässt sich mit einem Wintergarten vergleichen. Das Fenster lässt sich zur Hälfte herunterfahren. Der Sitzbereich befindet sich aber im Inneren der Kabinen. Richtige Balkone gibt es nur in den Suiten oder am Heck des Schiffs. Die sogenannten Sunset-Kabinen im hinteren Teil des Schiffs, waren allerdings schon alle ausgebucht.
Wir buchten direkt bei Celebrity Cruises, fanden aber später heraus, dass wir sie auch beim Schiffberater Ändi hätten buchen können.
Der Mitarbeiter bei Celebrity Cruises empfahl uns eine Kabine mit Concierge Class, da diese eine besser Lage und wir zudem zahlreiche Annehmlichkeiten an Bord hätten. Bei unserer Buchung war zudem das All Included Paket dabei. All Included beinhaltet neben dem kostenlosen WLAN und Trinkgelder ebenfalls ein Getränkepaket bis 18 $.
Unser Flug ging bereits um 07:30 Uhr und fiel genau in die Zeit der großen Probleme an so ziemlich allen deutschen Flughäfen (kein Personal, Verspätungen, verlorene Koffer usw.). Wir buchten daher eine Nacht am Flughafen in Frankfurt um möglichst früh vor Ort zu sein.
Die Wahl fiel auf das Sheraton Frankfurt Airport Hotel & Conference Center. Das Hotel befindet sich zwischen dem Fernbahnhof und Terminal 1. Dieses Mal gab es keine Probleme mit der Bahn, sodass wir stressfrei am Nachmittag das Hotel erreichten. Das Zimmer konnten wir sofort beziehen.
Nach einem kurzen Abstecher in die Innenstadt und einem Abendessen gingen wir nochmal ins Terminal um den schnellsten Weg zum Schalter zu finden. Ich fragte bei einer Mitarbeiterin um wie viel Uhr der Schalter für die Koffer am Morgen öffnen würde. Sie verstand leider kein Deutsch und wollte unbedingt meine Bordkarte sehen. Nachdem ich ihr meine Bordkarte gezeigt hatte, gab sie mir zu verstehen, dass ich durchgehen könnte um meine Koffer abzugeben. Dass ich nicht einmal Koffer dabei hatte, ist ihr nicht aufgefallen.
Wir haben auf dem Rückweg tatsächlich eine Abkürzung gefunden, die wir uns für die Zukunft merken wollen.
Den Check-In habe ich bereits über die App erledigt, sodass wir am nächsten Morgen nur noch die Koffer abgeben mussten.
Montag, 11.07.2022
Nach einer kurzen Nacht – um 03:30 Uhr klingelte bereits der Wecker – gingen wir unsere Abkürzung zum entsprechenden Schalter für die Kofferabgabe. Dort wurde die komplette Schlage (ca. 20 Personen) allerdings von einem Mitarbeiter zu einem anderen Schalter geschickt. Innerhalb von 10 Minuten hatten wird die Koffer abgeben. Bei der Sicherheitskontrolle standen nur ein paar Menschen, sodass wir uns erst noch ins Terminal setzten und eine Kleinigkeit aßen und tranken.
An der Sicherheitskontrolle mussten wir nicht warten, sodass wir schnell an unserem Gate waren.
Das Flugzeug hob pünktlich ab und nach knapp 1,5 Stunden Flug landeten wir bereits in Rom. Der Weg vom Gate zur Kofferausgabe war so lange, dass wir zeitgleich mit unseren Koffern eintrafen. Um 09:45 Uhr standen wir bereits in der Empfangshalle und gaben unsere Koffer bei den Mitarbeitern von Celebrity ab. Da zur Zeit jeder Bus unterwegs war, mussten wir erstmal warten. Insgesamt warteten wir 30 Minuten bis wir die Halle verließen und nochmals 30 Minuten im Bus, bis es endlich Richtung Civitaveccia los ging. Während der gesamten Wartezeit bekamen wir keine Getränke, obwohl es sehr warm war. Bei einem Luxus-Schiff würde ich dies schon erwarten.
Nach einer Stunde erreichten wir den Hafen von Civitaveccia. Zum Glück war so wenig los, dass wir sofort einchecken konnten. Der Check-In verlief zum Glück sehr schnell, so dass wir um 12:05 Uhr das Schiff zum ersten Mal betraten.
Wir wollten zuerst zur Kabine und unsere Taschen ablegen. Da das Schiff bereits um 9 Uhr die letzten Passagiere verabschiedet hatte, gingen wir davon aus, dass die Kabine fertig wäre.
Draußen an der Tür hingen unsere Bordkarten und die Kabine machte auf den ersten Eindruck den Anschein sie sei fertig. Allerdings war das Bad noch nicht gemacht. Auf dem Bett entdeckten wir ein Kärtchen, dass der Kabinen-Stewart nochmal vorbeikommt. Daher verließen wir die Kabine wieder.
Wir wollten erstmal unseren Durst im Ocean View Cafe stillen und eine Kleinigkeit essen. Nach dem Essen setzte ich mich an Sicherheitsübung. Über die App besteht die Möglichkeit sich ein kurzes Video anzuschauen und die Notfallalarmierung anzuhören. Sobald man dies erledigt hatte, musste man nur noch zu seiner Musterstation und seine Bordkarte einlesen lassen. Natürlich ist die Sache so schnell hinter sich gebracht, in wie weit die Passagiere das Video überhaupt bewusst anschauen und im Notfall entsprechend reagieren können, ist in meinen Augen fraglich.
Um 13 Uhr versuchten wir erneut unser Glück in der Kabine und hatten Erfolg. Nachdem wir schnell unsere Taschen abgestellt hatten und uns mit dem Fenster vertraut gemacht haben, klopfte auch schon unser Kabinen Stewart-Jenny an der Tür. Nachdem sie sich vorgestellt hatte, stellte ich gleich die entscheidende Frage: Lässt sich das Fenster nicht öffnen, wenn die Verdunklung unten ist. Sie musste verneinen, die Verdunklung kann nur benutzt werden, wenn das Fenster geschlossen ist.
So hatten wir die Wahl, bei geschlossenen Fenster oder im Dunkeln zu schlafen. Zum Glück hatte ich eine Schlafmaske eingepackt, da es im Sommer kurz vor 5 Uhr schon hell wurde.
Den Rest des Tages machen wir uns noch mit dem Schiff vertraut und genossen die Sonne.
Um 16:30 Uhr legten wir ohne großes Tamtam in Civitaveccia ab. Keine Auslaufmusik, kein Horn. Wir waren gefühlt die einzigen Passagiere, die an der Reling standen und beim Auslaufen zuschauten.
Vor dem Abendessen packten wir noch unsere Koffer aus und hatten Probleme alles unterzubringen. Außer dem großen Kleiderschrank gab es nur noch drei kleine Schubladen. Sodass wir die komplette Kommode vor der Couch in Beschlag nehmen mussten.
Die zusätzlichen Kissen vom Bett wurden von dem Kabinenstewart, die Nacht über unter das Bett geschoben. Was ich sehr unhygienisch fand, da dort die dreckigen Koffer der Passagiere abgelegt wurden.
Später haben wir noch herausgefunden, dass für Concierge Gäste am Anreisetag mittags im Main Dining Room ein Lunch stattgefunden hat. Leider gab es auf der Kabine keinerlei Informationen zum Concierge Service.
Das einzige was wir bekamen, war jeden Nachmittag Canapes auf die Kabine. Das sah allerdings am ersten Tag so eklig aus, dass wir nachmittags immer unser „Bitte nicht stören“ Schild rausgehängt haben.
Im Bad gab es große Spender für Seife, Duschgel usw. Ich bin mir sicher, dass es die in einer normalen Kabine auch gibt, eventuell von einer anderen Marke.
Im Schrank lagen zwei Schirme, ein Fernglas sowie eine Strandtasche. Die Strandtasche durfte am Ende mit nach Hause genommen werden. Für jeden gab es einen großen Bademantel, allerdings keine Slipper. Vom angeblichen Luxus war auf dem Schiff nicht viel zu merken. Dass es eine Kissenauswahl gab erfuhren wir erst zu Hause.
Zum Essen gingen wir wieder ins Ocean View Cafe und waren geschockt über die schlechte Auswahl beim Essen. Es gab viele Sorten Fleisch, dazu allerdings kaum Gemüse. Alles war fad, ungewürzt und kalt.
Am Abend gab Don Friesen im Theater eine Comedy Show. Wir schauten zwar kurz rein, gingen aber wieder. Wir suchten eine Bar in der wir noch einen Cocktail zu uns nehmen konnten. In der Sunset Bar auf Deck 15 und der Martini Bar auf Deck 3 war jedoch jeder Platz belegt. Im The Club fand gerade eine Gameshow statt. Wir setzten uns in den oberen Bereich und schauten zu. Allerdings kam kein Kellner vorbei, sodass wir wieder auf dem trockenen saßen.
Daraufhin gingen wir zur II Secondo Bacio Bar und holten uns dort ein Wasser. Die Bar hat hauptsächlich Softdrinks, Bier und Kaffee. Ein paar Cocktails kann man auch dort bestellen, wir wussten aber nicht was angeboten wurde. Eine Karte gab es nicht und die beiden Damen an der Bar, waren so beschäftigt diverse Kaffeespezialitäten zuzubereiten. Viel Zeit geht auch darauf jedes einzelne Getränk abzurechnen. Dazu muss immer die Bordkarte eingelesen werden. Sehr umständliches Konzept, da auf der Bordkarte deutlich zu lesen ist, ob der Passagiere ein Getränkepaket hat. Selbst ob das Getränkepaket nur Classic (Getränke bis 8 $) oder Premium (Getränke bis 15 $) sieht man hier auf einen Blick.
Da lobe ich mir doch das All-Inklusive Konzept auf Mein Schiff. Ständig die Bordkarte wegen einer Cola vorzuzeigen ist nervig.
Im Restaurant gibt es rund um die Uhr Kaffee, Tee, stilles Wasser und Getränke wie Fruit Punch oder ungesüßter Eistee.
Dienstag, 12.07.2022 Seetag nach Katakolon
Am Morgen des ersten Seetags erkundeten wir das Schiff und suchten uns anschließend einen ruhigen Platz in der Sonne. Auf dem Pooldeck war es uns mit den veranstalteten Poolspielen einfach zu laut.
Gegen 9 Uhr fuhren wir an Stromboli vorbei, die italienische Insel mit gleichnamigen Vulkan liegt nördlich von Sizilien. Die Insel hat eine Grundfläche von 12,6 km² und eine Höhe von 926 Meter.
Kapitän Kate hat am Vorabend die Vorbeifahrt angekündigt, leider gab es dann keine weiteren Infos dazu. Da wir an Bord inkludiertes WLAN hatten, informieren wir uns selbst über den Vulkan.
Stromboli wird regelmäßig von Neapel, Milazzo und Messina angefahren. Die 572 Einwohner wohnen verteilt auf zwei Ortschaften Stromboli im Nordosten und Ginostra im Südwesten. Die beiden Ortschaften sind nicht über den Landweg miteinander verbunden. Die 30 Einwohner von Ginostra sind nur per Schiff oder Boot zu erreichen. 1949 drehte Ingrid Bergman auf der Insel den gleichnamigen Film.
Der Vulkan ist ständig aktiv und wirft in unregelmäßigen Abständen (innerhalb von wenigen Minuten bis stündlich) Lava aus. Die ausgeworfene Lava, Schlacken und Asche fällt in den Krater zurück oder rollt ins Meer. Während unserer Fahrt vorbei am Vulkan, konnten wir allerdings nichts sehen.
Der letzte große Ausbruch fand 1930 statt und war verantwortlich für den Tod von drei Bewohnern. 2019 kam es zu einem weiteren Ausbruch, der mehrere Menschen verletzte und kleinere Brände verursachte.
Touristen, die Stromboli besuchen, können auf festgelegten Wanderwegen in Begleitung eines ortskundigen Bergführers bis zur Gipfelregion steigen.
Zwei Stunden später erreichten wir die Straße von Messina, die das Tyrrhenische Meer mit dem Ionischen Meer verbindet und Sizilien vom Festland trennt. Die Meeresstraße ist 32 km lang und zwischen drei und acht Kilometer breit.
Seit 1960 wird über den Bau einer Brücke diskutiert und immer wieder Baupläne erstellt, die am Ende wieder verworfen wurden. Am Hafen von Messina konnten wir noch ein Kreuzfahrtschiff von MSC entdecken.
Die meisten Passagiere an Bord (überwiegend Amerikaner) interessierten sich nicht für den Vulkan oder die Meerenge. Eventuell bemerkten sie es auf Grund der fehlenden Durchsagen auch gar nicht.
Am Abend besuchten wir die Show: Stage Door im Theater. Die Shows im Theater fanden immer um 19:30 Uhr und um 21:30 Uhr statt. Man musste sich vorab nicht anmelden. Das Theater verfügt über eine 36,7 m breite und 7 m hohe 4-K-LED Leinwand und hat Platz für 997 Gäste. Die Shows auf amerikanischen Schiffen sind einmalig. Auf Qualität wird hohen Wert gelegt, die Darsteller sind alle ausgebildet haben Erfahren in großen Produktionen. Die komplette Leinwand wird bei jeder Show mit einbezogen, sodass man fast überfordert ist wo man hinschauen soll.
Die Show Stage Door war ein Zusammenschnitt aus mehreren bekannten Musicals. Das Orchester, welches auf der Leinwand eingeblendet wurde, wurde im London Palladium, Englands bekanntestem Theater aufgezeichnet.
Nach der Show schauten wir noch in der Martini Bar vorbei, dort fand die Silent Disco statt. Jeder wird mit Kopfhörern ausgestattet und kann sich aus drei verschiedenen Musikrichtungen seine eigene Musik auswählen. Der Kopfhörer leuchtet in drei verschiedenen Farben, sodass jeder sieht was man gerade hört.
Für die Teenager an Bord, was das ein Highlight und immer gut besucht. Natürlich wurde lautstark mitgesungen.
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