MSC Virtuosa - Metropolentour 2023 - Teil 1

 MSC Virtuosa – Metropolentour – März 2023

Da wir schon immer einmal MSC testen wollten, buchten wir für Frühjahr 2023 eine einwöchige Fahrt durch die Metropolen Europas. Vom 26.03.2023 bis 02.04.2023 sollte es auf die MSC Virtuosa gehen. Ein späterer Zeitpunkt war leider nicht möglich, da ich bis Ende März meine Überstunden nehmen mussten.

Wir entschieden uns für zwei Balkonkabinen auf Deck 10. Start der Kreuzfahrt war in Hamburg, so hoffte ich, dass sich nicht allzu viele Italiener auf dem Schiff befinden würden. Als weitere Metropolen standen Zeebrugge in Belgien, Rotterdam in den Niederladen, Le Havre/Paris in Frankreich und Southampton/London in Großbritannien auf dem Plan. Außer Hamburg und Paris kannten wir keine dieser Metropolen.

Gebucht hatten wir im November 2022 bei Ändi von mein-schiffberater.de. Pro Kabine im Fantastica Tarif zahlten wir 1.160 €, was immer noch ein stolzer Preis ist für einen einwöchigen Urlaub. Der Einzelkabinenzuschlag betrug bei Buchung 20 %. Die Reise wurde als Komplettpaket mit dem Getränkepaket EASY und den Servicepauschale (Trinkgelder) in Höhe von 70 € pro Woche angeboten. Durch die Buchung im Fantastica Tarif konnten wir uns unsere Kabine selbst aussuchen und wählten jeweils eine Steuer- und Backbordseite.

Für die Fahrt nach Hamburg kauften wir Tickets für die Bahn. Da sich zwischen Mannheim und Frankfurt eine Großbaustelle befand, mussten wir eine Verbindung über Stuttgart wählen. Diese wurde ein paar Wochen vor der Anreise gestrichen, so konnten wir immerhin auf jeden verfügbaren Zug wechseln. Zwischenzeitlich gab es eine umsteigefreie Verbindung von Karlsruhe nach Hamburg, sodass wir uns für diese entschieden.

Wir hatten mal wieder das Pech, dass ausgerechnet für unseren Reisezeitraum diverse Streiks und Ausschreitungen (in Frankreich) im Gange waren. Für den Montag war der bundesweite Warnstreik bei der Bahn, Flughafen, Kindergarten usw. angekündigt. Auf Grund dessen hob die Bahn die Zugbindungen für alle Fahrten bereits am Sonntag auf. Für unsere gewählte Verbindung wurde ein erhöhtes Passagieraufkommen angezeigt, sodass wir uns entschieden sicherheitshalber Sitzplätze zu reservieren.

Tag der Anreise 26.03.2023:

Als wir im Zug saßen war dieser nicht mal zu Hälfte besetzt und wurde die Fahrt bis Hamburg auch nicht voller. Die 4,50 € für die Sitzplatzreservierung waren unnötig gewesen.

In Hamburg angekommen, gingen wir mit unseren Koffern zum hinter dem Bahnhof liegenden ZOB. Von dort fahren die Shuttle zum Hafen Steinwerder. Für die 10 km bis zum Hafen verlangt MSC pro Fahrt und Person 10,- €. Auf einem Quittungsblock wird die Kabine und Anzahl der Fahrten geschrieben, die Kosten werden anschließend über die Bordkarte abgerechnet.

In Steinwerder angekommen, durften wir unsere Koffer abgeben und in die Check-In Halle. Dort war es zum Glück leer und ein Anstehen nicht nötig. Der Check-In dauerte keine drei Minuten, da nur die Pässe eingescannt und Fotos gemacht wurden. Den Gesundheitsfragebogen oder die Impfzertifikate wollte niemand sehen. Wir bekamen unsere Bordkarten und musste noch durch die Sicherheitskontrolle.

Auf dem Schiff kamen wir auf Deck 6 mitten in der Galleria Virtuosa an. Die Galleria ist sozusagen eine Promenade im Inneren des Schiffs. Wir gingen zuerst auf unsere Kabine, die zu der Zeit bereits bezugsfertig war. 

Bereits im Vorfeld hatte ich gehört, dass die Sicherheitseinweisung darin besteht im Kabinenfernsehen einen Sicherheitsfilm anzuschauen und im Anschluss eine Telefonnummer anzurufen. Anschließend sucht man seine Musterstation auf und lässt die Bordkarte scannen, damit war die Sicherheitsübung erledigt.

Ich schaltete daher den TV sofort auf den jeweiligen Sender, doch dort kam kein Sicherheitsfilm, sondern nur ein Werbefilm von MSC. Wir probierten es in der zweiten Kabine, doch dort kam ebenso kein Sicherheitsfilm. Die Musterstation war ebenfalls nicht als solche ausgeschildert.

Wir gingen daher zum Essen in das Marketplace Buffet-Restaurant. Dort kam irgendwann die Durchsage, dass für alle in Hamburg zugestiegenen Gäste um 16:30 Uhr die Sicherheitseinweisung stattfinden wird. Das war für uns das erste Mal seit Corona, dass die Sicherheitseinweisung zu einer bestimmten Uhrzeit stattfindet. Egal ob bei Mein Schiff, Celebrity Cruises oder AIDA, die Übung fand nie zu einer festen Zeit statt.

Da wir noch etwas Zeit bis zum Termin hatten, schauten wir uns das Schiff an. Wir gingen ans Heck des Schiffes zum 80 Meter langen Klettergarten und den Wasserrutschen im Savannah Aquapark. Wir hatten sogar das Glück und die Sonne kam noch raus, sodass es nicht allzu kalt war.

Anschließend wollten wir uns einen Mocktail an einer Bar holen. Bei unserem Getränkepaket EASY waren neben Softgetränken, Cock- und Mocktails, Weine, eine Sorte Bier und ein paar Kaffeespezialitäten dabei.

Doch wir bekamen leider nichts zu Trinken, da wir die Sicherheitseinweisung noch nicht durchgeführt haben. Das ist sicherlich sinnvoll um dafür zu sorgen, dass bei der Übung alle nüchtern und damit aufmerksam sind. Allerdings wollten wir etwas Alkoholfreies zu trinken und das bekamen wir auch nicht. Das gebuchte und bezahlte Getränkepaket gilt also erst nach der Sicherheitsübung.

Um 16:30 Uhr schauten wir uns den Film an, riefen die Telefonnummer an und gingen zu unseren Musterstationen. Im Anschluss besuchten wir die Sky Bar auf Deck 18 und tranken endlich etwas. Die Sky Bar ist im mittleren Teil des Schiffes und biete einen tollen Blick über den Poolbereich und seitlich des Schiffes . Die Bar ist nur für Passagiere über 18 Jahre und war leider die restliche Fahrt so voll, dass wir nur ein weiteres Mal einen Platz bekamen.


Nachdem wir unsere Koffer ausgepackt hatten, gingen wir zum Abendessen ins Buffet-Restaurant auf Deck 15. Direkt am Eingang befinden sich Waschgelegenheiten (wir konnten dort aber nie jemand beim Hände waschen beobachten), manchmal steht ein Crew-Mitglied und desinfiziert die Hände. Rechter Hand befindet sich eine kleine Essenstation an der sich je nach Tageszeit Nachtisch, Obst oder Salat befand. Auf der linken Seite befindet sich eine kleine Bar an der man sich etwas zu trinken holen kann. Die Bordkarte muss bei jeder Bestellung vorgelegt werden. Wasser (mit und ohne Kohlensäure) bekommt man in 0,5 l Flaschen, Softgetränke aus einem Spender und Wein aus der Flasche. Irrsinnig wird es bei Eistee, der wird in 0,33 l Dosen angeboten. Diese sind nicht bei EASY dabei, daher bekommt man den Eistee aus der Dose in ein 0,2 l Glas gefüllt. Den Rest bekommt der Nächste, der einen Eistee bestellt.

Man kann sich auch setzen und bei einem Kellner bestellen, aber je nach Auslastung des Restaurants dauert dies ewig, da er zur selben Bar muss und anschließend durch das gesamte Restaurant zurück zum Tisch.

Getränkestationen zum Selberbedienen befinden sich zwischen den Sitzbereichen. Dort gibt’s es allerdings nur stilles Wasser, Tee, Kaffee und Apfel-, Orangen-, Ananas- und ACE-Saft. Die Auswahl ändert sich auch im Laufe des Tages nicht. Die Stationen sind 24/7 zugänglich.

Das Buffet ist rechteckig angeordnet. In der Mitte befindet sich die Ausgabe und u-förmig befinden sich die Sitzgelegenheiten. Ganz am Ende befindet sich ein kleiner Sitzbereich draußen. An der Stirnseite des Buffets befindet sich die hauseigene Mozzarella-Manufaktur, die Pizza-Station und die Grill-Ecke. Die Pizza ist leider nur so richtig lecker wenn sie frisch aus dem Ofen kommt. Die vorbereiten Pizzen die in einem Schrank warmgehalten werden, schmecken leider nicht so gut. Angeboten werden jeden Tag vier verschiedene Sorten.

Auf beiden Seiten befindet sich ein Buffet das je nach Auslastung geöffnet wird und sich in der Auslage wiederholt. Am Ende gibt es eine Art „Deutsches Eck“ mit Käsespätzle und Schnitzel. Beides leider ungenießbar. Es gibt eine große Auswahl an verschiedenen Speisen, die sich allerdings täglich nur mit geringen Unterschieden wiederholen. Geschmacklich empfanden wir es als zu wenig gewürzt. Jeden Tag gab es drei verschiedene Nudelgerichte, leider waren diese fast immer mit Fisch oder Fleisch.

Beim Nachtisch wird alles auf kleinen Tellern oder Gläsern angeboten, hiervon stehen immer nur ein paar in der Auslage und wird von der Crew nachgefüllt, sobald man sich etwas wegnimmt. Die Auswahl war auch hier leider sehr gering.

An diesem Abend hatten wir für 20:30 Uhr die Show: Magic and Mind Reading with The Conjurors. The Conjurors sind Matthew Pomeroy und Natasha Lamb ein Zauberduo aus Großbritannien, die bereits in diversen TV Shows rund um den Globus aufgetreten sind. Die Show war gut, aber durch die vielen Zaubershows die wir mittlerweile auf Kreuzfahrten gesehen haben, nichts Besonders mehr.


Die Show wird jeden Tag dreimal (19:00, 20:30 und 21:45 Uhr) im Le Grand Theatre auf Deck 6 gezeigt. Man kann sich über die App Plätze reservieren oder kurz vor Beginn spontan hingehen.

Direkt im Anschluss an die Shows wird auf dem großen LED-Himmel an der Decke der Galleria eine kurze speziell entwickelte Produktion abgespielt.

Beim Auslaufen um 21:00 Uhr saßen wir leider im Theater. Später was es uns zu kalt und dunkel draußen.

Um 22:30 Uhr startete die Welcome Aboard Hollywood Party auf der Galleria. Für die passende Musik sorgte ein DJ mit Band. Auf Podesten tanzen Crew-Mitglieder und animierten die Passagiere zum Mittanzen an. Da wir von der Anreise erledigt waren, hielten wir es nicht mehr lange aus und gingen ins Bett.


Mitten in der Nacht wachte ich allerdings auf, da es in meiner Kabine sehr laut knackte und knarzte. Als ich aus dem Fenster schaute waren wir noch mitten auf der Elbe und sehr langsam unterwegs. Das Knacken kam aus der Verkleidung oberhalb des Fensters und ließ sich auch nicht beheben. Zum Glück hatte ich Ohrenstöpsel dabei, sonst wäre es eine sehr laute Nacht für mich geworden.

Seetag nach Zeebrugge 27.03.2023

Auch am Morgen knackte es in meiner Kabine immer noch. Draußen war es sehr windig, regnerisch und das Schiff schaukelte etwas.

Nach dem Frühstück wollten wir das Schiff erkunden. Wir vermissten jedoch einen Plan, wir hatten weder einen auf Papier noch in der App finden können. So mussten wir jedes Mal am Aufzug schauen, was sich auf dem jeweiligen Deck befindet.


Am Seetag veranstaltete die Crew Unterhaltungen wie Olympische Spiele, Quizze oder Tanzstunden. Am Nachmittag zeigte die Carousel Production at Sea eine kurze Vorführung ihrer am Abend stattfindenden Show. Diese Shows finden in der Carousel Lounge statt und kosten 10 € Eintritt (inkl. einem Cocktail).

Am späten Vormittag fand die Sichtkontrolle für die Einreise in Großbritannien statt. In Gruppen aufgeteilt, mussten wir im TV Studio & Bar unsere Pässe vorzeigen. Kontrolliert wurde dies von der britischen Grenzpolizei, die sich während der gesamten Reise mit an Bord befindet. Am Ende gab es einen kleinen Aufkleber auf die Bordkarte.

Um 19 Uhr fand im Theater die Präsentation des Kapitäns und seiner Mannschaft statt. Der Kapitän ließ sich allerdings entschuldigen, er hätte auf der Brücke zu tun. Um es vorweg zu nehmen, wir haben ihn auf der gesamten Reise nicht einmal gesehen.

Die anschließende Show Moondance verließen wir nach ein paar Liedern. Leider sind die Shows immer nur Gesang und im Hintergrund wird getanzt. Es wird keine richtige Geschichte erzählt, sondern vergleichbar mit einem Konzert. Vor den Shows begrüßen der Kreuzfahrtdirektor Alessandro und sein britischer Kollege die Gäste. Dabei begrüßt der italienische Alessandro die Gäste in diversen Sprachen, sein Kollege kann nur englisch. Danach kommt ein Witz über die bunten Socken vom Briten. Dort kann man gut erkennen, wie lange die Passagiere an Bord sind, nach ein paar Tagen lacht man nicht mehr, über die sich wiederholenden Sockenwitze.

Nach der LED-Show mit dem Thema Space gingen wir in die TV Studio & Bar. Dort sang ein Musiker, bis um 22:00 Uhr Karaoke startete. Das Karaoke war tatsächlich lustig und wir waren erstaunt wie viele, vor allem Deutsche sich trauten zu singen.

Im Anschluss gingen wir noch ins Marketplace Restaurant und schauten uns das Mitternachtsbuffet an. Täglich von 22:00 bis 01:00 Uhr gibt es neben Pizza noch ein kleines Buffet. Dort kann man sich mit belegten Brötchen, Keksen und Kleinigkeiten sättigen, bis es wieder Zeit für Frühstück ist.


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