MSC Virtuosa - Metropolentour - März 2023 - Teil 3
Southampton, 31.03.2023
In der Nacht hatten wir nicht nur 208 nautische Meilen zurückgelegt, sondern auch die Uhren um eine Stunde zurückgestellt. Gegen 8 Uhr erreichten wir den Hafen von Southampton. An diesem Tag war ein großer Passagierwechsel der britischen Passagiere geplant, am Ende des Tages war das Schiff vollbelegt. An Bord würden sich ca. 6.000 Passagieren, davon 2.000 Kinder befinden. Im Tagesplaner stand, dass wir erneut zur Passkontrolle der britischen Einwanderungsbehörde müssen, daher machten wir uns noch vor dem Frühstück auf dem Weg in den Sportplex. Zum Glück war dort keine Schlange, sodass wir nicht warten mussten. Am Ende wurde dann bemerkt, dass wir bereits den kleinen Aufkleber auf unseren Bordkarten hatten. Wir hätten also gar nicht zur Passkontrolle gemusst. Leider war das aus dem Bordprogramm nicht so ersichtlich.
Unser gebuchter Ausflug startete erst gegen 9 Uhr, so hatten wir noch ausreichend Zeit für ein Frühstück. Allerdings war es an diesem Tag sehr hektisch auf dem Schiff. Der Weg vom Schiff bis zum Parkplatz bzw. Terminal ist sehr weit, daher sollte man hierfür genügen Zeit einplanen.
Southampton ist einer der bedeutendsten Häfen an der Südküste Englands. Bekannt wurde die Stadt mit ihren ca. 252.000 Einwohnern hauptsächlich durch den Schiffbau. So war die Stadt beispielsweise der Starthafen für die Titanic 1912. Wer sich für Schiffbau und speziell die Titanic interessiert, kann das SeaCity Museum besuchen. Dort befindet sich eine extra Ausstellung, die sich dem Thema widmet.
Da wir noch nie in London waren, buchten wir über das Schiff einen Ausflug nach London. Von Southampton kann man zwar auch mit dem Zug nach London fahren, aber das war uns für das erste Mal zu unsicher. Gebucht hatten wir den 9 Stündigen Ausflug „Ein Tag in der britischen Hauptstadt“.
Mit unserer deutschen Reiseführerin Sabine fuhren wir knapp zwei Stunden nach London. Auf dem Weg hielten wir für eine Toilettenpause kurz an einer Raststätte. Gestartet hatten wir bei Sonnenschein, doch je weiter wir fuhren, desto bewölkter und regnerischer wurde es. Bereits auf der Fahrt erklärte uns Sabine allerhand wissenswertes über die Hauptstadt Großbritanniens, das Könighaus, die Engländer und vieles mehr. Sie hatte jede Menge Folien mit Bildern und Karten dabei, die sie durch den Bus geben lies, sodass man das Erklärte auch sehen konnte.
In London angekommen fuhren wir über die Westminster Bridge und konnten einen ersten Blick auf den Westminsterpalast und das London Eye werfen. Der Palast ist der Sitz des britischen Parlaments, welches aus den House of Commons (Unterhaus) und dem House of Lords (Oberhaus) besteht. Der ursprüngliche Palast (gebaut 1050) diente als Residenz der englischen Könige, nach einem Großbrand 1834 musste das Gebäude wieder aufgebaut werden.
Der bekannteste Teil des Palastes ist der Elizabeth Tower mit seiner Glocke Big Ben.
Unseren ersten Foto-Stopp machten wir an der Tower Bridge. Die 244 Meter lange Brücke führt über die Themse und wurde 1894 eröffnet. Die Brücke ist eine Hänge- und Klappbrücke die ca. 1.000 Mal im Jahr für den Schiffverkehr geöffnet wird. Oberhalb der zu öffnenden Brücke befinden sich zwei 43 Meter hohe Stege, die die beiden Türme verbinden. Auf den Stegen können Fußgänger den Fluss überqueren, selbst wenn die Brücke geöffnet ist. Dazu müssen allerdings die beiden Treppen in den Türmen (Höhenunterschied 34 Meter) bestiegen werden.
Am Ende der Brücke befindet sich der Tower of London. Der Gebäudekomplex diente früher als Festung gegen Feinde, Gefängnis aber auch als Unterkunft der Könige. Heute ist er einer der am meisten besuchten Touristenattraktionen.
Gegen 14 Uhr hielt unser Bus in der Nähe des Royal Opera House. Von dort startet unsere zweistündige Freizeit in London. Sabine hatte uns auf der Fahrt gezeigt, für welche Attraktionen die zwei Stunden ausreichen würden. Ich wollte unbedingt zum Buckingham Palast, da wir dort mit dem Bus nicht vorbeigefahren sind. Der Fußweg von knapp 2 Kilometer sollte kein Problem darstellen. Jedoch schafften wir es keine 200 Meter als es anfing zu regnen. Leider war der Regen so stark, dass wir uns erstmal irgendwo unterstellen mussten.
Dort standen wir leider sehr lange und die Zeit rannte uns davon. Daher mussten wir einsehen, dass es bei dem Regen nicht möglich war zum Buckingham Palast zu gehen. Wir nutzen die kurzen Pausen in denen es nicht so heftig regnete und schafften es zur Straße „Strand“. Dort gingen wir bis zum Trafalgar Square, einem großen Kreisel, an dem sich alle Straßen zu den wichtigsten Plätzen in London verbinden.
Nachdem wir uns auf Grund des Regens in einem Supermarkt unterstellen mussten und dort noch ein bisschen gestöbert haben, mussten wir uns langsam wieder auf den Rückweg machen. In einem Touristenshop in der Covent Garden Piazza kaufte ich noch einen Magneten und eine Postkarte.
Es war wirklich schade, dass es ausgerechnet in den zwei Stunden Freizeit so stark regnen musste, sodass wir nichts anschauen konnten. Die anderen Passagiere im Bus wollten auch zum Buckingham Palast, doch geschafft hatte es keiner.
Für die Rückfahrt brauchten wir auf Grund des Verkehrs fast drei Stunden. Der Ausflug hat mir sehr gut gefallen, er war mit 115 € zwar teuer aber wir haben viele Informationen bekommen. Für das Londoner Wetter kann ja niemand etwas. Ich sehe es als Grund für eine Städtereise nochmal nach London zu kommen.
Eigentlich war „Alle an Bord“ um 19 Uhr und Abfahrt um 20 Uhr. Da sich aber auf Grund des Verkehrs die Ausflugsbusse alle verspäteten fuhren wir erst gegen 21 Uhr ab.
Zurück auf dem Schiff aßen wir erst einmal zu Abend, bevor wir die Show „Wake me up“ anschauten.
Seetag nach Hamburg, 01.04.2023
Am zweiten Seetag auf der Reise fuhren wir insgesamt 565 nautische Meilen bis Hamburg.
Nachts wurden die Uhren wieder eine Stunde vorgestellt, sodass wir zeitlich früh aufgestanden waren. Nach dem Frühstück saßen wir eine Weile in der Virtuosa Bar & Lounge und schauten uns die Spiele an, die die Crew für die Passagiere organisiert hatte.
Im Buffet Restaurant war ein besonderes Nachtisch-Buffet aufgebaut mit besonders schönen Torten und Kuchen. Der Bereich war abgesperrt, so dass jeder die Chance hatte Fotos zu machen.
Anschließend besuchten wir das Bingo, das im Theater stattfand. Bei Mein Schiff kostet ein Bingo Schein 5 € und die gesamte Einnahme landet im Jackpot für den ersten Preis. Der zweite und dritte Preis bekommen kleine Geschenke vom Schiff, wie eine Tasse oder Frühstücksbrettchen. Gespielt wird ganz klassisch mit Kugeln und Drehkorb. Mein Schiff macht mit einer Bingoveranstaltung damit keinen Gewinn, sondern gibt noch Geschenke aus.
Bei MSC kostete ein Bingo Schein 20 € und gespielt wird an einem Programm am Computer, der auf die Leinwand übertragen wird. Bis zu einer bestimmten Anzahl an Zahlen hat der Spieler die Chance auf 300 €, der sich je mehr Zahlen ausgelost werden immer weiter verringert.
Leider steckt hier MSC fast das ganze Geld in die eigene Tasche. Im Theater waren ungefähr 300-400 Passagiere, die alle mitgespielt haben. Das macht in Summe mindestens 6.000 €, der erste Platz bekommt aber nur höchstens 300 €.
Aus diesem Grund haben wir nur zugeschaut, aber nicht mitgespielt.
Als weitere Zwangsabgabe wird gegen Ende der Reise 1 € vom Bordkonto abgebucht, dieser Euro landet in der MSC Foundation. Einer Kooperation mit UNICEF die sich für Schulbildung, Brunnen und ärztliche Behandlungen in Dritte Welt Ländern einsetzt. Wem ich etwas spende, möchte ich gerne selber entscheiden.
Um 15:15 Uhr kam im Theater die Show „Love me“. Die Show war eine Aufführung aus Oper und Ballett.
Im Anschluss kam die Crew Talent Show im Theater. Hier waren wir enttäuscht, wir kannten bisher nur Crew Shows, bei denen die Crew aus Küche, Restaurant, Housekeeping usw. die Möglichkeit, hat ihre versteckten Talente auf der großen Bühne vorzuführen. Doch bei dieser Show waren alle Künstler aus dem Animationsbereich. Keine Ahnung, ob die restliche Crew talentfrei ist oder es bei MSC einfach normal ist, dass diese keine Chance haben, ihr Talent zu zeigen.
Vor dem Abendessen packten wir noch unsere Koffer für die Abreise am nächsten Tag. Bei MSC gibt es auch die Möglichkeit die Koffer abends vor die Kabine zu stellen und am nächsten Morgen im Hafenterminal wieder in Empfang zu nehmen. Die Zuteilung erfolgt allerdings nach Kabinennummer. So waren wir für 9 Uhr eingeteilt, dies war uns allerdings zu knapp für unseren Zug. Zumal das Schiff erst um 7 Uhr anlegt und wir uns nicht sicher waren, ob das mit den Koffern in der kurzen Zeit dann überhaupt klappen würde.
Im Theater schauten wir uns die Show „Big Apple“ an und gingen anschließend einen letzten Cocktail in der TV Studio & Bar trinken.
Hamburg, 02.04.2023
Da man bei MSC die Kabine bereits um 7:30 Uhr verlassen musste, gingen wir sehr früh zum Frühstück. Die Zeit bis zu seiner Ausschiffung kann man anschließend im öffentlichen Bereich bzw. seinem zugeteilten Wartebereich absitzen.
Als wir gegen 8 Uhr das Schiff verließen, befanden sich kaum Koffer im Terminal, sodass wir froh waren unsere Koffer selbst mit von Bord genommen zu haben. Im Terminal kontrolliert der Zoll nach anmeldepflichtige Gütern.
Am Bus zeigte ich meine Quittung für die Rückfahrt vor, doch die interessierte niemand, sodass man sich das Geld hätte sparen können. Nach kurzer Wartezeit fuhr der Bus uns zum Bahnhof, wo ich mir noch ein Franzbrötchen für die Fahrt kaufte. Die Bahn hatte wieder eine hohe Auslastung angezeigt, sodass ich wieder Sitzplätze reserviert hatte. Unser Abteil war allerdings fast leer.
Fazit:
Die Reise war ok, allerdings gab es viele Dinge die mich persönlich gestört haben. Die Route war schön, aber keine Route die ich nochmal fahren würde. Brügge war schön aber kein Ort den man ein zweites Mal besuchen muss, dasselbe gilt für Rotterdam. London würde ich gerne nochmal besuchen, dann aber als Städtetrip.
Die MSC Virtuosa hat mich leider gar nicht überzeugt, es waren zu viele negative Punkte wie die Sauberkeit auf der Kabine, das Essen und die Unterhaltung. Dadurch, dass die Fahrt im kalten Fahrtgebiet stattfand, waren alle Passagiere immer im Inneren des Schiffs. Das hat es oft schwer gemacht einen Platz in einer Bar zu bekommen oder eine ruhige Ecke zu finden. Zudem finde ich viele Sachen bei MSC gewöhnungsbedürftig, wenn man es von anderen Reedereien anders kennt.
Ich werde MSC nochmal eine Chance geben, allerdings in einem warmen Fahrtgebiet, sodass ich mir auch einen Eindruck über das Geschehen in den Außenbereichen machen kann.
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