MSC Virtuosa - Metropolentour - März 2023 - Teil 2

 Zeebrugge, 28.03.2023

Nach 423 nautischen Meilen erreichten wir gegen 7 Uhr Zeebrugge in Belgien. Zeebrugge hat nur ca. 4.300 Einwohner, ist aber nach Antwerpen der zweigrößte Hafen in Belgien. Im Jahr 2019 wurden fast 3 Millionen Fahrzeuge umgeschlagen, damit ist er einer der bedeutendsten Umschlaghäfen für Neufahrzeuge. Auf Grund seiner Ortsgröße gibt es in Zeebrugge selbst, außer der Kirche Sint-Donaas mit angrenzendem Soldatenfriedhof, einem Leuchtturm und einem sehr kleinen maritimen Themenpark „Seafront“ nicht viel zum Anschauen. Die meisten Passagiere unternehmen daher Ausflüge nach Brügge, Gent oder Brüssel.

Da man Brügge sehr einfach mit den öffentlichen Verkehrsmittel erreichen kann, entschieden wir uns auf eigene Faust loszuziehen. Für das Verlassen des Hafengeländes stehen kostenlose Shuttlebusse zur Verfügung. Diese bringen die Passagiere in den ABC-Tower, der neben Check-In-Terminals auch eine Touristeninfo, einen Shop und ein Restaurant beinhaltet.

Wir verließen den ABC-Tower und machten uns auf den Weg zum SPAR-Supermarkt, da dort Karten für den ÖPNV verkauft werden. Man kann auch mit dem Cruise Express, direkt vor dem Tower nach Brügge fahren, die Karte kostet allerdings 20,- €.

Der Supermarkt befindet sich nur einen kurzen Fußweg entfernt, gegenüber der großen Kirche.


Im Geschäft kauften wir die Tageskarte (7,- € pro Person) und stellten uns an die gegenüberliegende Haltestelle. Dort mussten wir ca. 20 Minuten warten, bis die Bahn nach Blankenberge kam. Die Haltestelle war gut besucht, ich hatte allerdings mit einem größeren Ansturm gerechnet. Ich wusste, dass wir in Blankenberge in den Bus nach Brügge umsteigen mussten, allerdings nicht wo dieser genau abfahren würde. An der Haltestelle standen noch weitere Deutsche, davon hatten viele dasselbe Ziel, sodass wir uns diesen anschlossen.

In Blankenberge angekommen, folgten wir der Menschenmenge. Diese ging allerdings in den Bahnhof, von wo aus man mit dem Zug nach Brügge fahren kann. Wir suchten die Bushaltestelle und fanden sie erst nach längerem Suchen. Dort stellten wir dann fest, dass wir fast 40 Minuten warten mussten, da der Bus nur einmal in der Stunde fährt.

Der nächste Zug sollte allerdings in den nächsten 10 Minuten fahren. Die Tageskarte für die Bahn war im Zug nicht gültig, sodass wir erneut eine Tageskarte kaufen mussten (7,50 €). An Bord haben wir später erfahren, dass der Bus überfüllt war, da hatten wir mit dem Zug noch Glück gehabt. Auch wenn wir dafür das Doppelte zahlen mussten.

Brügge ist mit ca. 118.000 Einwohnern eine große Stadt, deren Altstadt zu einer der besterhaltensten in Europa zählt.

Die Zugfahrt dauert ca. 10 Minuten bis man Brügge Bahnhof erreicht. In Brügge sind es ca. 1,5 km Fußweg bis zur Innenstadt und der Einkaufsstraße. 

In der Steenstraat - der Haupteinkaufsstraße - befinden sich neben einige bekannte Bekleidungsgeschäfte jede Menge Geschäfte die Belgische Schokolade verkaufen. 

Natürlich konnte ich hier nicht widerstehen und kaufte Schokolade, eine Postkarte und einen Magneten. Am Ende der Einkaufsstraße befindet sich der Grote Markt. Ein großer Marktplatz, welcher im Mittelalter sogar mit dem Schiff erreichbar war. Heute befinden sich dort, der Provinciaal Hof, der Regierungssitz der Provinz Westfladern und der Brügger Belfried, ein mittelalterlicher Glockenturm.

Nachdem wir zum Mittag noch original belgische Pommes gegessen hatten, machten wir uns auf den Rückweg zum Bahnhof. Auf dem Weg kamen wir noch an der St. Salvator-Kathedrale und der Liebfrauenkirche vorbei.

Mit dem Zug fuhren wir wieder nach Blankenberge, da wir dort eine längere Umsteigezeit hatten, besuchten wir noch einen angrenzenden Supermarkt.

Zurück auf dem Schiff ergatterten wir einen Fensterplatz in der Sky Bar und wärmten und erst mal auf. Den ganzen Tag über war es durch den Wind sehr unangenehm gewsen. Am späten Nachmittag regnete es schließlich, sodass die Let it snow…Sailaway Party auf dem Pooldeck ausfiel.

Nach dem Abendessen besuchten wir die Elvis Tribute Show by Garry Foley. Danach erwischten wir wieder einen freien Platz in der Studio TV & Bar. Dieses Mal trat leider kein Musiker auf, sodass wir uns bis zum Beginn des Karaokes um 22:00 Uhr mit Musik vom Band unterhalten mussten.


Rotterdam, 29.03.2023

Über Nacht fuhren wir 149 nautische Meilen bis Rotterdam, der zweitgrößten Stadt in den Niederlanden. Sie ist aufgrund des größten Seehafens in Europa ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt für den Güterverkehr. Da das Schiff mitten in der Stadt anlegt und sich so perfekt für einen eigenständigen Ausflug eignet, entschieden wir uns dies zu nutzen. Es bieten sich auch Tagesausflüge nach Amsterdam oder Den Haag an.

Der Fluss Nieuwe Maas, ein Hauptarm des Rheins, teilt die Stadt in einen nördlichen und südlichen Teil. Das Stadtzentrum liegt im nördlichen Teil, im südlichen Teil befinden sich hauptsächlich Hafen und Industrie. Rotterdam liegt größtenteils unter dem Meeresspiegel und muss daher regelmäßig mit Pumpen entwässert werden, da der natürliche Grundwasserspiegel sonst oberhalb des Straßenniveaus liegen würde.

Wie bereits in Brügge war es wieder sehr windig und bewölkt. In der Hoffnung auf besseres Wetter verließen wir das Schiff bereits gegen 8 Uhr und machten uns auf den Weg zum Euromast. Wir wollten bei Öffnung die Ersten sein, um den großen Ansturm zu umgehen. Der Euromast ist ein 185 Meter hoher Aussichtsturm. Vom Schiff aus sind es ca. 2 Kilometer Fußweg. Zuerst gingen wir über die Erasmusbrücke, eine im Jahr 1996 eröffnete Hängebrügge. Von dort konnten wir bereits einige tolle Bilder vom Schiff machen.

Um zum Euromast zu gelangen durchquerten wir noch den Het Park. Der Park besteht bereits seit 1852 und beinhaltet auch eine Minigolfanlage. Der Park war allerdings sehr trist und könnte ein paar Blumen vertragen, noch dazu, da wir uns im Land der Tulpen befanden.

Am Euromast angekommen, stellen wir fest, dass dieser erst in 30 Minuten öffnete, daher schauten wir uns noch ein bisschen die Umgebung an. Die Tickets kaufte ich online über die Website und kosteten 12,50 €. Drinnen mussten wir noch etwas warten, doch als der Mitarbeiter sah, dass draußen zwei Reisebusse hielten, ließ er uns schon etwas früher zum Aufzug. Oben angekommen landeten wir mitten in einer Baustelle. Alles war abgeklebt und verdreckt. Wir gingen nach draußen um Fotos zu machen. Dort sah es leider nicht besser aus, die Fliesen auf dem Boden waren alle lose und im Gesamten machte der Turm keinen guten Eindruck. Der Ausblick ist toll, man konnte 360 ° um den Turm gehen und in alle Richtungen schauen. Sogar das Schiff konnten wir sehen.

Da es allerdings sehr windig und dadurch eiskalt war, hielten wir es nicht lange aus. Unten angekommen, wartete bereits eine große Menschenmenge darauf hochzufahren. Es gibt nur zwei Aufzüge, die mit ca. 12 Personen besetzt werden. Die Wartezeit kann daher sehr lange sein. Neben einem Shop gibt es noch ein kleines Café, in dem man sich mit Kaffee und Kuchen wieder aufwärmen kann.

Als nächstes wollten wir die Markthalle und die Kubushäuser anschauen. Auf dem Weg dorthin kamen wir an einem Supermarkt „Albert Hein“ vorbei. Den wollten wir uns unbedingt anschauen und ein bisschen die Preise vergleichen. Grundnahrungsmittel waren etwas billiger, Markenprodukte wie Pizza oder Chips etwas teurer. Ich kaufte mir eine Packung Stroopwafel; zu Deutsch Sirupwaffel. Die niederländische Spezialität besteht aus zwei dünnen runden aufeinanderliegenden Teigwaffeln, zwischen denen sich eine Füllung aus Karamell befindet.

Ich hatte die Waffeln bisher nur im niederländischen Teil auf Saint Maarten gegessen und hatte ich sie dort besser in Erinnerung.

Gestärkt machten wir uns weiter auf den Weg und kamen an der Straße „Lijnbaan“ raus. Dort befinden sich jede Menge Bekleidungsgeschäfte wie H&M, Primark, C&A und viele mehr. Nachdem wir uns dort ein bisschen umgeschaut und aufgewärmt hatten, gingen wir weiter zur Markthalle. Die Markthalle ist eine Mischung aus Markt, Einkaufsläden, Restaurants und Wohnungen.

Nach fünf Jahren Bauzeit wurde die Halle 2014 von Königin Maxima offiziell eröffnet. Das hufeisenförmige, elfstöckige Gebäude, besitzt an der Vorder- und Rückseite ein aus Drahtseilen und Glasscheiben zusammengefasste Fassade. Im UG, EG und 1. OG befinden sich die Geschäfte, in der zweiten bis elften Etage befinden sich die 80 m² bis 300 m² großen Wohnungen. Unter dem Gebäude finden sich eine große Tiefgarage.

Ein besonderes Highlight der Markthalle ist das aus 4.000 Glasscheiben bestehende Kunstwerk an den Seiten und Decke der Halle. Es zeigt verschiedene Früchte, Blumen und Gemüse. Direkt hinter der Halle befinden sich die Kubushäuser. Ein Kubushaus ist ein würfelförmiges Gebäude, das auf einer Ecke steht.

Ziemlich durchgefroren machten wir uns wieder auf den Weg zurück zum Schiff. Da der Wind immer stärker wurde, war es ein echter Kraftakt.

Auf meiner Kabine musste ich feststellen, dass ein Techniker die Lüftung im Bad ausgetauscht hat. Im Waschbecken und auf dem Boden lagen dicken Staubflocken. Und zu allem Überfluss war die Lüftung nun so laut, dass man sein eigenes Wort nicht mehr verstand. Die Lüftung geht leider auch nicht aus, wenn man das Licht ausschaltet oder die Karte für die Stromzufuhr entnahm. Zusätzlich zum Knarren hatte ich nun auch noch eine laute Lüftung.

Um 16 Uhr gingen wir zum Buffet Restaurant und aßen einen Nachtisch. Da wir um 17 Uhr ablegen sollten, blieben wir sitzen und schauten uns das Ablegen und die Fahrt durch den Kanal an. Die Durchfahrt bis zur Nordsee dauert fast drei Stunden und endet in Den Haag.

Die Kabinen haben den Nachteil, dass die Stromzufuhr nur mit der Bordkarte funktioniert, andere Karten gehen leider nicht. Da es auf der Kabine immer recht frisch war, musste man so erst einmal warten bis die Heizung ansprang und den Raum erwärmte. Ansonsten war es sehr unangenehm nach dem Duschen.

Im Theater schauten wir uns die Show: Italia an und gingen wieder in die Studio TV & Bar. Nachdem wir ein paar der Cocktails auf der EASY Karte durchprobiert hatten, blieben wir beim Tequila Sunrise, da dieser noch am besten schmeckte. Auch wenn er nur nach Fruchtpunsch schmeckte, vom Alkohol war nichts zu merken.

An diesem Abend war White Night. Wir hatten allerdings nichts langärmliges Weißes in unseren Kleiderschränken, sodass wir dem Motto nicht nachkamen.

Zeebrugge, 30.03.2023

Eigentlich sollten wir an diesem Tag in Le Havre in Frankreich anlegen, durch die Ausschreitungen und Streiks durch die Rentenreform, war der Hafen aber dicht und ein Anlegen nicht möglich.

Über Nacht legten wir 168 nautische Meilen zurück und erreichten um 7 Uhr erneut Zeebrugge. In direkter Umgebung vom Hafen befindet sich die P&J Chocolate Factory. Diese wollten wir uns anschauen. Es ist nur eine Halle, mit einer kleinen Ecke mit einer Ausstellung wie Schokolade produziert wird. Der Rest ist Verkaufsladen.

Nach einer Stunde waren wir wieder zurück auf dem Schiff. Da das Schiff damit gerechnet hat, dass viele auf dem Schiff bleiben würden, wurden wieder Spiele veranstaltet.

Um 19:45 Uhr fand eine Crew-Parade auf der Galleria statt. Wir hatten das Glück und erwischten einen Tisch in der Virtuosa Bar und konnten so mit einem Cocktail die Parade verfolgen. 

Bei der Show: Midnight in Paris traten das erste Mal neben Sängern und Tänzern auch zwei Akrobaten auf. 

Bevor wir zum Mitternachtsbuffet gegangen sind, haben wir wieder beim Karaoke zugehört. Da wir am nächsten Morgen in Großbritannien anlegen würden, mussten wir nachts noch die Uhr eine Stunde zurückstellen.

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