Mein Schiff 5 - Östliches Mittelmeer 2024 Teil 2

31.08.2024 - Seetag nach Istanbul

Am Vormittag schauten wir uns den Vortrag „Istanbul: Multikulti- und Multikonti-Metropole der Lektorin Sabrina Sylvester an. Mit Sabrina hatten wir bereits 2020/2021 das Vergnügen. Sie berichtet informativ und kurzweilig über die jeweiligen Destinationen und ist auch außerhalb der Vorträge sehr aktiv. So hat sie 2020 bei der Fahrt durch die Straße von Gibraltar über die Bordlautsprecher live berichtet.

Am Abend schauten wir uns die Show „BORN TO BE WILD!“ von Jeff Hess im Studio an. Jeff ist das erste Mal als Gastkünstler bei Mein Schiff engagiert. Der aus New York stammende Schauspieler und Clown begeisterte sein Publikum mit mitreißender Action Comedy und faszinierender Körpersprache. Kein Wunder, dass er bereits als Act für die Geburtstagspartys von Bon Jovi oder Bob Hope gebucht wurde. 

 

Normalerweise findet am zweiten Abend an Bord immer die Offiziersvorstellung mit dem Kapitän statt. Da dieser aber mit der Durchfahrt durch die Dardanellen beschäftigt war, fand eine Alternative statt. Im Theater wurde die Show „Meine Musical Gala – Mit Aladdin durchs La La Land“ gezeigt. Diese schauten wir uns allerdings nicht an, da wir sie bereits mehrere Male gesehen hatten.

01.09.2024 - Istanbul

Istanbul ist mit ca. 15,5 Millionen Einwohnern die bevölkerungsstärkste Stadt der Türkei. Jährlich besuchen 14 Millionen Touristen aus dem Ausland die Stadt, dadurch zählt Istanbul zur Stadt mit der achtgrößten Besucherzahl der Welt. So ist Istanbul auch die einzige Stadt der Welt, die gleichzeitig auf dem europäischen als auch dem asiatischen Kontinent liegt. Man könnte sie als Stadt der Besonderheiten nennen, so ist sie ebenfalls die einzige Stadt mit zwei Meeresgebieten; dem Schwarzen Meer und dem Mittelmeer.  

1600 v. Chr. als Byzantion gegründet, diente sie nacheinander dem Römischen Reich, dem Byzantinischen und dem Osmanischen Reich als Hauptstadt. Auf Grund dieser unterschiedlichen Bewohner gibt es heute noch neben Moschee, Kirchen und Synagogen.

Um 08:00 Uhr legten wir am neuen Kreuzfahrthafen Galataport Istanbul an. Der 2022 neu eröffnete Hafen liegt in der Altstadt von Karaköy. Die Ankunftshalle und Busparkplätze befinden sich unterirdisch. Über der Erde haben sich Geschäfte, Cafés und Restaurants niedergelassen. In unmittelbarer Nähe befindet sich eine Straßenbahnhaltestelle, die einen über den Bosporus nach Eminönü ins historische Herz von Istanbul bringt. 

 

Um an diesem Tag möglichst viel von Istanbul zu sehen, haben wir uns für den TUI Ausflug „Hagia Sophia, Blaue Moschee, Zisterne und Basar“ entschieden. Bei Buchung hatte der Ausflug 99 € gekostet. Kurz vor Reisebeginn wurde er auf Grund der gestiegenen Eintrittspreise auf 139 € erhöht.

Um 9 Uhr trafen wir uns mit unserem Reiseleiter für diesen Tag beim Ausflugsbus in der Tiefgarage des Kreuzfahrtterminals. Die Fahrt vom Hafen bis in den Stadtteil Eminönü dauerte ca. 20 Minuten und führte uns über die Galata Brücke. Die Brücke überquert das Goldene Horn an der europäischen Seite des Bosporus. Auf der 42 Meter breiten Brücke befinden sich zwei Straßenbahngleisen, jeweils drei Fahrspuren und ein Gehweg pro Richtung. Direkt darunter befindet sich nur knapp über dem Wasser eine Etage mit Restaurants, Cafés und Geschäften.

In der Mitte der 466 Meter langen Brücke befindet sich eine Klappbrücke mit einer 80 Meter breiten Öffnung. Der Entwurf der Brücke (1992) stammt von Fritz Leonhardt, einem der einflussreichsten Bauingenieure des 20. Jahrhunderts.

Im Stadtteil Eminönü sind alle großen Sehenswürdigkeiten fußläufig erreichbar. Neben der Blauen Moschee steht die Hagia Sophia und der Topkapi Palast.

Unser erster Halt war die Blaue Moschee auch Sultan-Ahmed-Moschee genannt. Während wir uns in die Schlage einreihten, erzählte unser Reiseleiter über Headsets allerhand Wissenswertes über die Moschee.

Die Moschee wurde bereits 1609 von Sultan Ahmed I. in Auftrag gegeben und bis 1616 fertig gestellt. Das mit sechs Minaretten ausgestattet Gebetshaus hat einen Gebetsraum mit 51 auf 53 Metern und einer Kuppel mit einem Durchmesser von 23,5 Metern.

Bis 2020 war sie die Hauptmoschee der Stadt, durch die Umwandlung ist dies seitdem wieder die Hagia Sophia.

Wir standen ca. 20 Minuten in der Schlange bis wir im Vorraum unsere Schuhe ausziehen mussten. Für Frauen war das Tragen eines Kopftuches Pflicht. Die Hälfte der großen Halle ist abgetrennt, dort können muslimische Gläubige in Ruhe beten. Die andere Hälfte ist für die Besucher geöffnet. 

  

 

Nachdem wir bereits die Große Moschee in Muscat und Abu Dhabi gesehen hatten, war diese Moschee eher klein und unscheinbar. Das schönsten waren die 260 Buntglasfenster. Leider hat es auch sehr unangenehm nach Käsefüßen gerochen.

Da es kurz vor 12 Uhr war, wurden wir bereits vom Restaurant zum Mittagessen erwartet. Das inkludierte Mittagessen nahmen wir zusammen mit einer weiteren Reisegruppe im „The Sarnic Restaurant“ ein. Das Restaurant befindet sich in einer ehemaligen Zisterne unter der Erde. 

 

Als wir eintrafen stand bereits auf jedem Platz ein Vorspeisenteller mit verschiedenen Mezze und zwei Brötchen. Die Mezze waren lecker, die Brötchen erinnerten allerdings an Aufbackbrötchen. Als Getränke waren nur Wasser und Kaffee inkludiert, für Softgetränke oder Bier musste man selber zahlen (Cola 3 €, Bier 9 €).

Die Hauptspeise und der Milchreis zum Nachtisch sprach leider weder unserem noch dem Geschmack unserer Mitreisenden. Leider dauerte es zwischen den einzelnen Gängen recht lange, sodass wir insgesamt 1,5 Stunden in dem Keller saßen. 

    


Anschließend machten wir uns auf den Weg zur Hagia Sophia. Wir stellten uns erneut in die Schlage. Dieses Mal konnten wir unsere Schuhe anlassen. Da wir nur den oberen Teil der Moschee besichtigenkonnten. Der untere Teil ist für die Muslime vorbehalten.

Die Hagia Sophia wurde 532 bis 537 als byzantinische Kirche gebaut. Nach der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen (so hieß Istanbul früher) 1453 wurde die Kirsche als Mosche genutzt. Sämtliche christlichen Insignien, Dekorationen usw. wurden entfernt oder unter Putz versteckt. Kreuze wurden durch Halbmonde getauscht und Minarette angebaut. 

 

Auf Anregung des ersten Präsidenten der Türkei, Kemal Atatürk, wurde die Moschee 1934 als Museum umgewandelt. 2020 entschied die türkische Regierung die Hagia Sophia wieder als Moschee zu nutzen. Seit 2024 kostet der Eintritt für Touristen 25 €. Damit darf man aber nur auf die Empore, von der man nicht viel sieht. Leider ist die Hagia Sophia ist einem schlechten Zustand, alles sieht sehr heruntergekommen aus. 

 


Durch den langen Aufenthalt im Restaurant hatten wir viel Zeit verloren, sodass wir eigentlich keine Zeit hatten uns alles in Ruhe anzuschauen.

Unser nächster Punkt war die Basilika-Zisterne, ein riesiges unterirdisches Reservoir aus dem 6. Jahrhundert. Die 138 Meter lange und 65 Meter breite Zisterne war als Wasserspeicher für den Großen Palast angelegt worden. Das Gewölbe wird von insgesamt 336 Säulen getragen. Zwei Säulen sind besonders, da diese von umgedrehten Medusenköpfen getragen werden. Die Herkunft dieser Köpfe ist bis heute unbekannt. 

 



Der Gewürzbasar war der letzte Punkt auf unserem Ausflug. Dorthin gingen wir zu Fuß, da wir mit dem Bus länger brauchen würden. Allerdings hatte der Reiseleiter so ein Tempo drauf, dass sogar wir Schwierigkeiten hatten, mit zu halten.

Auf dem Basar hatten wir knapp eine Stunde zur freien Verfügung. In den 4.000 Geschäften wurden von türkischen Köstlichkeiten, Keramik, Gewürze und Tees alles Mögliche angeboten. 

 

Unser Reiseleiter teilte uns gleich zu Beginn mit, dass wir nicht handeln sollten und falls wir nicht vorhätten etwas zu kaufen, sollten wir auch nichts von den angebotenen Sachen probieren. Ich kaufte daher nur einen Magnet. Anschließend setzten wir uns in einen angrenzenden kleinen Park und schauten uns das bunte Treiben an.

Der Ausflug dauerte sieben Stunden, war relativ informativ. Allerdings waren wir die meiste Zeit damit beschäftigt bei den Sehenswürdigkeiten anzustehen oder dem Reiseleiter hinterher zu rennen.

Eigentlich wollten wir danach noch den Hafen erkundigen, waren aber viel zu erschöpft.

Abends schaute wir uns die Show „SEXundSechzig“ von Don Clarke im Theater an. Ihn kannten wir bereits von vorherigen Kreuzfahrten. Das Programm war, obwohl teilweise bereits bekannt trotzdem lustig.


02.09.2024 - Seetag nach Piräus/Athen

Am Morgen fuhren wir unter der 1915-Canakkale-Brücke durch. Die Lektorin Sabrina Sylvester erzählte uns über die Bordlautsprecher über den Bau und die Hintergründe der Brücke.

Als Besonderheit ist diese Brücke nämlich die längste Hängebrücke der Welt. Mit ihren 2.023 Metern überquerte sie nicht nur die Dardanellen, sondern soll auch an die Hundertjahrfeier zur Gründung der Türkei 1923 erinnern. Nach fünf Jahren Bauzeit eröffnete die Brücke 2022, ihr Name soll an die Schlacht von Gallipoli im Ersten Weltkrieg erinnern. Die 318 Meter hohen Pfeiler erinnern an den 18.03.1915 als ungefähr an dieser Stelle britische und französische Kriegsschiffe versenkt wurden. 

 


Nachmittags besuchten wir den Lektoren-Vortrag „Kreta: Das Beste der größten Insel Griechenlands“. Im Anschluss gingen wir zum Jubilaren-Cocktail in der Schaubar. Jeder Passagier der an Bord etwas zu feiern hatte, wie Geburtstag, Hochzeit usw. war zum Sektempfang mit Kuchen eingeladen.

Um 21:00 Uhr stellte der Kapitän sich und seine Offiziere in der Show „Leinen los – die Mein Schiff 5 stellt sich vor“ vor.


Kapitän: Andreas Greulich

Mit ihm waren wir bereits 2022 auf der Mein Schiff 5 von Antalya nach Dubai durch den Suezkanal gefahren. Seit 2015 gehört er zur Mein Schiff Flotte, zuvor fuhr er auf Frachtschiffen, Hochseeschleppern und Flüssiggastankern. Wir empfanden seine Durchsagen als angenehm auch wenn wir uns gerne mehr Informationen wünschten.

Kreuzfahrtdirektorin: Caro Dinter

Caro empfanden wir als durchschnittlich. Sie kam einem doch sehr verpeilt vor, so entfiel ihr beim Jubiläumstreff immer wieder, dass ein Passagier seinen 75 und nicht 65 Geburtstag feierte. Bei ihren Durchsagen waren nicht immer verständlich, was sie eigentlich zum Ausdruck bringen wollte.

 

03.09.2024 Piräus/Athen

Da wir bereits 2022 einen geführten Busausflug unternommen hatten, buchen wir relativ spontan am Vortag Tickets für den Hop-on-Hop-Off-Bus. Eigentlich kosteten die Tickets 22 €, durch den Sonderverkauf am Vortag sparten wir zehn Prozent. 

Mit einem roten Doppeldeckerbus der grünen Linie ging es ins elf Kilometer entfernte Athen. Die grüne Linie verbindet den Kreuzfahrthafen in Piräus sowie einige Hotels mit dem Liniensystem. 

An der Umsteigehaltestelle „Temple of Zeus“ stiegen wir in die rote Linie ein. Wir hatten 2022 bereits die Akropolis, sowie das Parlament und das Ancient Olympia Stadium für Fotostopps besucht. Daher stiegen wir an der Haltestelle für die Plaka – die Einkaufsstraße von Athen aus. Dort bummelten wir ein bisschen durch die Straßen und kauften uns zum Mittagessen einen Koulouri. Koulouri ist vergleichbar mit dem türkischen Simit - ein mit Sesam bestreuter Brotring. Für nur 0,70 € ein echtes Schnäppchen. In einem Supermarkt deckte ich mich noch mit einer großen Menge Zimtkaugummis ein, die es leider in Deutschland nicht zu kaufen gibt.


Mit einem eiskalten Frappe setzten wir uns in den Schatten und überlegten noch die lilafarbene Beach-Linie abzufahren. Am Startpunkt erklärte uns allerdings eine Mitarbeiterin, dass die Linie ohne Auszusteigen knapp zwei Stunden Fahrtzeit hat. Das war uns zu knapp um wieder pünktlich am Hafen zu sein. 

Zum Abendessen gingen wir in die Osteria und bestellten Lasagne und Pizza Margarita. Die Pizza hatten wir schon besser erlebt, schoben dies aber auf den großen Ansturm zum Abendessen. 

Im Studio war ein Musik-Quiz angesagt, dort wollten wir mitmachen. Dabei wurden Musiktitel kurz von einem Klavierspieler angespielt. In den wenigen Sekunden sollte man den Titel und Interpret erraten. 

Auf dem Pooldeck fand die Party „ABBA bitte mit Ouzo – eine griechische Nacht“ statt. Musiktechnisch war dies nicht unser Fall. Daher machten wir nur kurz Fotos vom Schokoladenbuffet. Als Spezial gab es eigens vom türkischen Chefkoch hergestelltes Baklava. 


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