Samstag, 11.12.2021: Fahrt nach Bremerhaven und Vorübernachtung
Die Fahrzeit nach Bremerhaven betrug sieben Stunden. Zuerst fuhren wir mit dem ICE nach Hannover und von dort mit dem Regionalexpress nach Bremerhaven. Da bei der Bahn angezeigt wurde, dass für den ICE eine mittlere Auslastung erwartet
wird, reservierte ich zwei Sitzplätze. Dies war aber nicht nötig, da der Zug praktisch leer war. Mehr als zehn Personen hielten sich nicht in unserem Wagen auf.
In Hannover hatten wir 24 Minuten Zeit zum Umsteigen. Zum Glück kamen wir pünktlich an und fanden auch sofort unser Anschlussgleis. Der Regionalexpress ist die einzige Möglichkeit ohne Umsteigen von Hannover nach Bremerhaven zu fahren.
Leider fährt dieser Zug nur alle zwei Stunden, sodass wir uns sehr geärgert hätten, wenn wir den Zug verpasst hätten.
Der Regionalexpress ist leider absolut ungeeignet für Reisende mit schweren Koffern. Der Zug ist doppelstöckig, sodass man gezwungen ist, den Koffer drei Stufen in den Zug und anschließen entweder vier Stufen rauf oder runter zu tragen.
Bei 38 Tagen ist der Koffer natürlich entsprechend schwer. Direkt an der Tür gibt es leider keine Sitzplätze und auch keinen Platz um den Koffer stehen zu lassen. Da die Fahrt fast zwei Stunden dauert, kommt ein Stehplatz in der Nähe der Tür auch nicht in
Frage.
In Bremerhaven angekommen, gingen wir den einen Kilometer bis zum Hotel Amaris zu Fuß. Es war sehr anstrengend, da die Koffer nicht nur schwer waren, sondern uns der eisige Wind gemischt mit Regen fast umwehte. Die schlechten Straßen und
Gehwege sorgten zusätzlich noch dafür, dass wir total erledigt am Hotel ankamen.
Wir konnten sofort einchecken und unser Zimmer beziehen. Das Hotel war vor seiner Eröffnung 2007 eine Bank. Dies hat den Vorteil, dass die Zimmerwände sehr dick und die Fenster aus Sicherheitsglas bestehen. Die ruhigen Zimmer sind modern
und geschmackvoll eingerichtet. Besonders das Bad war riesig. Die Innenstadt ist ein Katzensprung entfernt, sodass sich das Hotel zwischen Bahnhof und Innenstadt perfekt für die Anreise mit der Bahn eignet.
Nachdem wir unsere Koffer abgestellt hatten, machten wir uns auf den Weg in die Innenstadt. Gegenüber vom Hotel befindet sich ein Aldi, Edeka und Rossmann.
Nach 10 Minuten Fußweg erreichten wir den Theodor-Heuss-Platz, auf dem ein Weihnachtsmarkt mit Riesenrad aufgebaut war. Auf Grund der derzeit gültigen Corona-Regeln war ein Verzehr von Speisen nur mit gültigem Impfnachweis/Testergebnis
möglich. Gegen entsprechender Vorlage bekamen wir ein Armbändchen, dass einem das Vorzeigen erleichterte. Leider war das Bändchen nur auf dem Weihnachtsmarkt gültig. Zu Hause galt das Bändchen auch für das Einkaufen. Am Theodor-Heuss-Platz beginnt die Fußgängerzone.
Einen weiteren Weihnachtsmarkt gibt es rund um die Bürgermeister-Smidt-Gedächtnis-Kirche, in der Mitte der Fußgängerzone. Leider gab es für uns keine interessanten Geschäfte und das ständige Vorzeigen der Impfnachweise war nur lästig.
Wir gingen daher durch das Hanse Carre zum Columbus Center und schauten uns dort um. Vom Columbus Center führt eine überdachte Fußgängerbrücke bis zum Weserdeich. Dort befindet sich neben dem Klimahaus auch das bekannte Atlantic Hotel Sail
City, das dem Burj al Arab in Dubai sehr ähnlich sieht.
Wir spazierten am Deich entlang bis zum Zoo am Meer. Auf dem Rückweg zum Hotel kaufen wir noch etwas zu Trinken und eine Kleinigkeit zum Abendessen.
Sonntag, 12.12.2021 – Ankunft am Schiff
Nach einer sehr erholsamen Nacht, in sehr bequemen Betten gingen wir um 09:30 Uhr zum Frühstück im Hotel. Beim Frühstück gab es alles was das Herz begehrte. Selbst Eierspeisen wie Spiegeleier konnte man sich frisch zubereiten lassen. Beim
Frühstück trafen wir viele weitere Gäste, die ebenfalls auf dem Weg zum Schiff waren.
Da es draußen noch immer kalt, regnerisch und windig war, blieben wir bis zum Auscheckzeitpunkt um 11 Uhr auf dem Zimmer. Da wir erst um 15:30 Uhr am Hafen einchecken durften, stellten wir unsere Koffer im Hotel unter.
Wir gingen nochmal zum Weserdeich. Normalerweise kann man von dort das Schiff sehen, aber an diesem Tag war es so neblig, dass wir keine Chance hatten.
Nach einer Bratwurst auf dem Weihnachtsmarkt machten wir uns auf den Weg zurück zum Hotel. Mit unseren Koffern im Schlepptau gingen wir gegen 14:00 Uhr zum Bahnhof, von wo der Schiff-Shuttle zum Hafen fährt. Wir konnten unsere Koffer gleich
aufgeben. Diese landeten in einem Anhänger vom Bus und wurden direkt von dort auf die Kabine geliefert.
Wir mussten uns allerdings noch gedulden bis der Bus abfuhr, hier wird auf die ankommenden Bahnen Rücksicht genommen. Nach 10 Minuten Fahrtzeit erreichten wir den Hafen und stellten uns in die Schlage für den Check-In. Das ganze Check-In-Prozedere
dauerte auf Grund der vielen Nachweise die auf Papier oder am Handy vorzeigt werden mussten, etwas länger als üblich. Nach 45 Minuten waren wir auf dem Schiff und gingen direkt zu unseren beiden Kabinen auf Deck 6.
Die Seenotrettungsübung war schnell hinter uns gebracht, sodass wir um 16:00 Uhr schon beim Nachmittagskuchen saßen.
Überfahrt von Bremerhaven in die Karibik
Für die Überfahrt von Bremerhaven in die Karibik benötigten wir 10 Seetage. Diese wurden am 5. Tag von einem Hafentag in Funchal auf Madeira unterbrochen.
Von Tag 1 bis zur Ankunft auf Madeira stiegen die Temperaturen von 4 Grad auf knapp 20 Grad. Wir hatten immer wieder etwas stärkeren Wind und höhere Wellen, eigentlich hatten wir aber schlimmeres erwartet. Gerade der Golf von Biskaya ist für seine Stürme und hohen Wellen bekannt. Wegen eines zu erwarteten Unwetters auf der nördlichen Route, fuhren die südlichere Route über den Atlantik.
Mit dem Kreuzfahrtdirektor Andre Wieckenberg hatten wir unsere letzte Kreuzfahrt vor Corona in Asien unternommen. Eine Prämiere hatten wir mit dem Kapitän Jan Fortun. Er war mit Abstand der lustigste Kapitän, den wir jemals auf einer Kreuzfahrt hatten. Seine täglichen Ansprachen waren nicht nur sehr informativ, sondern auch witzig gestaltet. Bei der Offiziersvorstellung stahl er mit seiner lustigen Art, dem Kreuzfahrtdirektor die Show.
Mit uns an Bord waren diverse Gastkünstler aus den Bereichen Musik, Comedy aber auch Sprach- oder Tanzkurse.
Glenn Langhorst: Ihn kannten wir bereits von der letzten Fahrt mit Mein Schiff. Seine Programme „Frau zum Mitreißen gesucht“ und „Bis mein Humor uns scheidet“ waren leider identisch zum letzten Mal, sodass wir diese Shows nicht noch einmal besuchen wollten.
Maren Somberg: Die im Rheinland geborene Sängerin trat mit ihrem Programm „Broadway Baby“ und „Liebe und so“ in der Schaubühne auf.
Michael Baute: Der Schauspieler, Sprecher und Moderator erfreute uns mit humorvollen Lesungen wie „Sommer, Sonne, Wurstsalat“ oder „Karlsson vom Dach“.
Benno und Max: Die beiden jungen Männer sind nicht nur Stars auf Tiktok sondern auch Weltmeister im Diabolo. In ihren Shows zeigten sie nicht nur artistische Kunststücke mit dem Diabolo sondern rundeten ihr Programm mit ihren humorvollen Clips auf der Videoplattform Tiktok ab.
Felix Fischer: Ein Zauberer darf auf keiner Kreuzfahrt fehlen, leider kennt man dadurch schon viele Tricks und ist nicht mehr so überrascht. Felix Fischer zeigte in seinen beiden Shows „Zufälle passieren immer wieder…oder nie“ und „Just Magic“ aber auch einige für uns neue Tricks.
Krisha Dalke und Raphael Köb: Die beiden sangen nicht nur in ihrer Schlager- oder Jazzshow sondern auch als Dragqueens „Gina Colada“ und „Glinda Glanz“.
Thorsten Greuer: War mit Abstand der beste Lektor, den wir jemals auf Reisen erleben durften. Neben den Vorträgen zu den angefahrenen Häfen, erklärte er uns allerhand Wissenswertes rund um die Entdeckung Amerikas, das spanische Empire, die Queen oder die Entstehung der Kreuzfahrt.
Jeden seiner Vorträge trug er frei aus dem Gedächtnis heraus vor. Dabei wusste er jede Jahreszahl und jeden noch so komplizierten Namen. Als studierter Politwissenschaftler und Orientalist ist er auch im Bereich der Erwachsenenbildung tätig. Unter anderem schult er im Gedächtnistraining. Jeder Vortrag war so spannend und unterhaltsam gestaltet, dass die Vorträge teilweise ausgebucht waren.
Petra Diederich-Kammel: Seit mehr als 20 Jahre arbeitet sie als Lifecoach und Motivationstrainerin. Ihr Wissen und Erfahrung brachte sie in Workshops auch an die Passagiere an Bord.
Ute Sinde: Die Tanzlehrerin an Bord bot verschieden Tanzkurse wie beispielsweise, Walzer, Discofox oder Line Dance an.
Sportlich betätigen konnte man sich unter anderem beim Aquagymnastik, Sport-Workshops wie Rückenfit, Jumping Fitness oder Shuffelboard.
Kreative Passagiere konnten sich im Künstleratelier beim Schmuck-Workshop, Bastelspaß oder Aquarell-Malkurs austoben.
Fast jeden Abend fand eine Abendshow mit dem Kreuzfahrtdirektor Andre Wieckenberg statt. Dabei hatte er neben den Gastkünstler auch viele Crewmitglieder eingeladen. Diese erzählten dabei von ihrem Arbeitsalltag, wie sie zur Kreuzfahrt kamen oder führen die Gäste in die Kunst der Handtuchtiere ein.
Im Theater zeigten die Artisten verschiedene Shows wie „Beats of the World“, die Tanzreise die das Flair und die Magie der verschiedenen Länder auf der Welt vereint oder die „Dreams Show“.
Am vierten und sechsten Seetag wurde auf dem Pooldeck ein Weihnachtsmarkt aufgebaut. Auch bei 15 Grad Außentemperatur ließen wir uns die gebrannten Mandeln, Liebesäpfel, herzhafte Speisen und Glühwein schmecken.
Die Uhren wurden alle zwei Tage in der Nacht um eine Stunde zurückgestellt. Dadurch dass man diese Umstellung eigentlich gar nicht richtig bemerkt, kommt man entspannt und ohne Jetlag in der Karibik an.
Zu Reisebeginn waren 1679 Passagiere mit einem Durchschnittsalter von 66,1 Jahren an Bord. Außerdem 29 Kinder, einige davon waren sogar bereits im schulpflichtigen Alter. Auf Grund des hohen Alters einiger Passagiere hatten wir diverse medizinische Notfälle an Bord.
Bereits am ersten Seetag musste der Helikopter zweimal zum Schiff kommen und medizinische Notfälle ausfliegen. Am Abend wurde ein weiterer Notfall ausgerufen. Wenn die Patienten nicht selbst in das Bordhospital auf Deck 2 kommen können, wird der Bordarzt sowie das Notfallteam über die Lautsprecher mit dem Emergency Signal Code „Star Code“ ausgerufen.
In Funchal wurden zwei weiteren Patienten ausgeschifft. Normalerweise sollten wir am Morgen des 24. Dezember in Antigua ankommen. Wegen eines weiteren Notfalls legten wir bereits am Abend des 23. Dezember an. Offensichtlich konnte man diesen Patienten aber nicht entsprechend versorgen, sodass wir am Vormittag des 25. Dezember außerplanmäßig in San Juan, Puerto Rico anlegten.
An Silvester waren wir laut eines Zeitungsartikels nur noch 1661 Passagiere.
17.12.2021 Madeira; Funchal
Wir kauften an Bord Tickets für den gelben Hop on Hop off Bus, diese Tickets kosteten mit der 20 % Preisreduzierung für Plus-Bucher 20,80 €.
Um 9 Uhr startete die erste Fahrt mit dem Bus. Wir entschlossen uns, zuerst eine komplette Runde zu fahren und anschließend an den Haltestellen, die uns interessierten auszusteigen.
Für die komplette Runde benötigten wir knapp zwei Stunden. Bei der zweiten Runde stiegen wir an der Haltestelle 7 Madeira Tourismus Official, Cathedral, Municipal Garden aus. Der Bus hält in der Fußgängerzone, an der sich auch ein Weihnachtsmarkt befindet. Für den Einlass wird ein Impfzertifikat und ein höchstens sieben Tage altes Testergebnis benötigt. Da wir am Vortag auf Anweisung der portugiesischen Regierung einen Selbsttest an Bord gemacht hatten, reichte bei uns das Vorzeigen der Bordkarte.
Wir gingen die Av. Arriaga entlang bis zum Santa Catarina Park. Mit einer Gesamtfläche von 36.000 m² bietet der Park auf seiner Anhöhe, nicht nur eine tolle Aussicht auf die nahegelegene Bucht mit dem Hafen, sondern beindruckende Blumenbeete, Grünflächen und einem Cafe.
Der Park eignet sich bestens um Bilder vom Schiff zu machen. Auf einer Bank im Park aßen wir unser mitgebrachtes Brot und genossen die Sonne. Wir hatten an dem Tag um die 20 Grad, die Sonne schien, nur der Wind war sehr stark. Laut dem Kreuzfahrtdirektor hatten sie bei der letzten Anfahrt auf Madeira sehr schlechtes Wetter erwischt; es hat den ganzen Tag geregnet.
Anschließend wollten wir den Mercado dos Lavdadores besuchen. Dazu gingen wir dieses Mal den Weg am Jachthafen entlang. Unterwegs kauften wir noch eine Postkarte sowie Magnete.
Auch am Mercados dos Lavradores reichte das Vorzeigen unserer Bordkarte. Der Mercado dos Lavradores ist ein bekannter Obst- und Gemüsemarkt in Funchal. Neben diversen Obst- und Gemüsesorten gibt es auch zahlreichen Sorten die auf der Insel gekreuzt werden, wie beispielsweise Bananas. Eine Kreuzung aus Banane und Ananas. Ein Besuch in der 1930iger gebaute offene Markthalle ist ein Muss, bei jedem Madeira Besuch. An zahlreichen Ständen werden leckere Köstlichkeiten angeboten.
Am Ende der Halle befindet sich ein großer Fischmarkt.
Nachdem wir eine Runde durch den Markt gedreht hatten, gingen wir zur nächstgelegenen Haltestelle und fuhren mit dem Bus eine weitere Runde bis zum Hafen. Da es inzwischen fast 16 Uhr war, aßen wir noch einen Kuchen zur Kaffeestunde und machten uns anschließend für das Abendessen fertig.
Um 18 Uhr schauten wir uns das Auslaufen vom Balkon aus an.
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