38 Tage - Karibische Inseln ab Bremerhaven mit Mein Schiff 1 - Teil 4
10.01.2022 – 13.01.2022: Vier Seetage bis zu den Azoren
Mit vier Seetagen rückten wir jeden Tag näher an das Ende der Kreuzfahrt und die warmen Temperaturen. Es wurde jeden Tag kälter, zu Beginn lagen wir noch im Bikini auf dem Pooldeck kurz vor den Azoren hielten wir es nur noch mit Decken aus. Anstelle der Shows wurde abends immer Musik auf dem Pooldeck gespielt. Da uns zum einen die Musikauswahl und zum anderen die immer kühler werdenden Temperaturen nicht gefielen, saßen wir abends immer in der Schaubar und spielten Karten. Jeden zweiten Mittag um 12 Uhr wurden die Uhren eine Stunde vorgestellt, um wieder zur deutschen Zeit zurückzukommen.
Am Tag bevor wir die Azoren erreichen sollten, stand nochmals ein Test für alle Passagiere an. Dieses Mal wurden ca. 30-40 Kabinen zum Nachtesten aufgerufen. Am Abend war dann klar, dass wir in Ponta Delgada nicht anlegen werden. Die Behörden hatten uns auf Grund der Vielzahl der infizierten Passagiere den Landgang verboten.
Wir hörten von Mitreisenden, dass es den Infizierten in den Quarantänekabinen sehr gut gehen würde. Alle hätten nur leichte Symptome und wurden von der Crew bestens versorgt. Speisen und Getränke konnten aus allen Restaurants bestellt werden und Internet und Telefonieren war für die Passagiere kostenlos. Wahrscheinlich die beste Art eine Quarantäne zu verbringen.
Am Abend des 13.01.2022 würden wir für einen technischen Stopp kurz in den Hafen einlaufen. Ponta Delgada begrüßte uns mit Regen, sodass wir nach ein paar Fotos wieder ins Innere des Schiffs flüchteten.
Beim Abendessen teilte uns der Kapitän außerdem mit, dass geplant sei, einen Tag früher in Bremerhaven anzulegen. Das bereitete vielen Passagieren Sorgen, da Fahrkarten oder ähnliches für den 19.01.2022 gebucht waren.
14.01.2022 – 17.01.2022: 4 Seetage bis Bremerhaven
Auf den folgenden Seetagen wurde die Stimmung immer gedrückter, da wir nicht wussten was uns noch erwarten würde. Im Gegensatz zum Beginn der Reise fanden auch kaum mehr Shows statt, da sich die Artisten und teilweise auch die Gastkünstler in Quarantäne befanden. Das Wetter wurde immer ungemütlicher, hohe Wellen, Regen und starker Wind begleiteten uns den Rest der Reise zurück nach Deutschland.
Am 14.01.2022 wurde uns mitgeteilt, dass wir wie angekündigt einen Tag früher in Bremerhaven ankommen würden. Es konnte aber noch nicht mitgeteilt werden, wann wir genau das Schiff verlassen müssten. Da wir auf Grund der langen Heimreise schon morgens einen Zug buchen müssten, würde uns das Verlassen des Schiffs am Nachmittag für die Heimfahrt nichts bringen.
Schließlich buchte ich zwei Hotelzimmer im selben Hotel, das wir bereits für die Hinreise gebucht hatten. An der Rezeption konnte man sich Gratis-Voucher für das Internet abholen, da es das Schiff zu verantworten hatte, dass man Umbuchungen vornehmen musste. Das Geld für den abgesagten Tag erhielten wir als Bordguthaben gutgeschrieben. Dies konnte man sich entweder bar auszahlen lassen oder mit seinen Ausgaben an Bord verrechnen.
Am 17.01.2022 fand auf Anweisung der deutschen Behörden erneut ein Test aller Passagiere statt. Es wurden wieder einige Kabinen zum Nachtesten aufgefordert. Dieses Mal durften die Infizierten in ihren Kabinen bleiben. Entweder waren die Quarantänekabinen alle voll oder weil es jetzt eh egal war. So stand plötzlich bei meiner Nachbarkabine ein Tisch vor der Tür, das typische Zeichen für Infizierte. Auf dem Tisch stellte die Crew die Speisen und Getränke und der Passagier holt es sich von dort in die Kabine.
Für die Abreise mussten feste Zeitfenster zwischen 9 und 13 Uhr gebucht werden, leider streikte die App, sodass alle Passagiere zur Rezeption mussten um die Zeitfenster zu buchen. Wir entschieden uns für 12:30 Uhr, da wir es nicht eilig hatten zum Hotel zu kommen. Wir bekamen farbige Armbänder und nochmals den Hinweis, dass es nur gestattet sei, das Schiff zur gebuchten Zeit zu verlassen. Außerdem herrsche auf dem Schiff nun FFP2-Masken-Pflicht. Die Masken wurden vom Schiff gestellt.
18.01.2022: Bremerhaven, Deutschland
Von 6:00 Uhr bis 8:45 Uhr waren die Restaurants zum Frühstücken geöffnet. Es war allerdings so voll, dass wir entschieden, das Essen mit auf die Kabine zu nehmen und dort zu essen. Wir nahmen extra etwas mehr mit, da wir ab 09:00 Uhr die Kabine nicht mehr verlassen durften und somit auch kein Mittagessen mehr bekommen würden.
Um 12:30 Uhr wurde unsere Abreisezeit aufgerufen und wir verließen mit unseren Koffern das Schiff. Draußen wartete bereits ein Bus, der uns zum Bahnhof gefahren hat.
Leider gab es auch hier wieder die typischen Querulanten. Im Bus saß eine Frau die sich weigerte ihre Maske aufzusetzen. Nachdem die Reise so enden musste, kann ich solche Menschen einfach nicht verstehen. Zumal im ÖPNV ebenfalls Maskenpflicht besteht.
Am Bahnhof angekommen nahmen wir ein Taxi, das uns zum Hotel fuhr. Wir wollten nicht mit unseren schweren Koffern zum Hotel gehen. Nachdem der Taxifahrer das falsche Hotel angefahren hatte, erreichten wir endlich wieder das Amaris Hotel. Obwohl es erst kurz nach 13 Uhr war, durften wir unsere Zimmer beziehen und machten uns auf den Weg in die Innenstadt.
Nach einer Nacht und einem tollen Frühstück im Hotel fuhren wir mit der Bahn zurück nach Hause.
Fazit:
Grundsätzlich war die Reise schön. Wir wissen jetzt, dass uns auch so viele Seetag am Stück gefallen. Natürlich sind Seetag bei schönem Wetter immer besser. Auch die Länge der Reise war toll - sehr entspannend.
Leider waren wir enttäuscht, dass die Hygienemaßnahmen die wir bei vier Kreuzfahrten mit Mein Schiff während Corona machten, so nicht mehr umgesetzt wurden.
Hätte man von Anfang an auf Gruppenbildung, Hände waschen vor dem Restaurantbesuch und Abstand bestanden, wäre mit Sicherheit die Reise anders verlaufen. Hier hatte man sich zu sehr auf „wir sind ja alle geimpft – uns kann nichts passieren“ verlassen. Die Tests sind nicht 100 % sicher und der individuelle Landgang hat sicher auch einen Teil dazu beigetragen, dass es am Ende so viele Infizierte gab.
Eine Reise die traumhaft schön begonnen hatte und dann so enden musste. Verständlich dass sich die Presse darauf stürzte und so wieder einen Grund hatte die böse Kreuzfahrt als Corona Hotspot darzustellen.
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